Der Abschluß der Westdeutschen Bodenkreditanstalt in Köln für 1958 ist durch die gute Ertragslage dieses bedeutenden Realkreditinstituts gekennzeichnet. Es lag schon immer in den Prinzipien dieser Hypothekenbank verankert, statt einer Geschäftsausweitung um jeden Preis eine möglichst ertragssichere Relation zwischen Aktiv- und Passivgeschäft herzustellen. Der gute Ertrag aus der Zinsmarge hat die Bank im vergangenen Jahre befähigt, alle personellen und sachlichen Kosten sowie die Abschreibungen und Wertberichtigungen daraus zu decken. Ferner hat Westboden aus seinen Zinserträgen den Reingewinn und die darauf entfallenden Steuern nehmen können. Im Geschäftsbericht wiederholt die Bank ihr Prinzip, daß der Schwerpunkt jeder Renditeüberlegung im laufenden Zinsertrag und nicht beim einmaligen Gewinn liegen müsse. Darüber dürfe die augenblickliche Lage mit dem lebhaften Neugeschäft nicht hinwegtäuschen.

Westboden hat in den letzten Jahren immer wieder in den Geschäftsberichten für eine möglichst freie Zinspolitik plädiert. Daher vermerkt der Geschäftsbericht für 1958 mit Befriedigung, daß das Berichtsjahr das erste Jahr seit der Währungsreform war, in dem der Kapitalmarkt frei von dirigistischen Einwirkungen war. Diese Feststellung schließt freilich nicht aus, daß die Verwaltung auch darauf hinweist, daß die im Prinzip bejahte Zinsentwicklung im Berichtsjahr zeitweilig zu starken Spannungen im Verhältnis von Aktiv- und Passivgeschäft geführt habe.

Die Bank konnte ihre Auszahlungen im Darlehensgeschäft gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln. Dabei entfielen wie bisher der Hauptanteil mit mehr als 37 Mill. DM auf Hypotheken, der Rest verteilte sich mit über 21 Mill. DM auf Kommunaldarlehen und verbürgte Hypotheken sowie mit 2,5 Mill. DM auf sonstige langfristige Ausleihungen. Der Überhang an zugesagten Darlehen beträgt rund 40 Mill. DM.

Die Dotierung der offenen Reserven hat die Umlaufsgrenzebei Westboden stark erhöht, sie beträgt für Pfandbriefe 402,5 Mill. DM, für Kommunalobligationen 161,0 Mill. DM. Für weitere Emissionen ist also genügend Spielraum vorhanden.

Der Hauptversammlung am 29. April wird eine Erhöhung der Dividende um 3 auf 12 v. H. aus einem Reingewinn (einschl. Vortrag) in Höhe von 868 647 vorgeschlagen. Der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen. M. D.