DIE ZEIT

Schicksalsschläge

Es war einmal vor sechs Jahren, am 17. Juni, da erhoben sich in der Zone erst einzelne, dann immer mehr und mehr Arbeiter und versuchten, das Joch der Funktionäre von Ulbrichts klassenloser Knechtschaft abzuschütteln.

ZEITSPIEGEL

Kaum einer der 53 Außenminister, die es in Washington bis zum Amtsantritt Herters gegeben hat, bot den Kritikern solch breite Angriffsfläche wie John Foster Dulles.

Die letzte Adenauer-Wahl

Im Landtag von Rheinland-Pfalz sind, wie zu erwarten war, keine großen Veränderungen eingetreten: Von den hundert Abgeordnetensitzen erhält die CDU nach dem vorläufigen Endergebnis 52 (bisher 51), die SPD 37 (bisher 36), die FDP 10 (13), die Deutsche Reichspartei 1 (0).

Und Hellwege?

Nach einem im ganzen recht ruhigen Wahlkampf, in dem sich nur während der letzten fünf bis sechs Tage am Deutschlandplan der SPD noch Leidenschaften entzündeten, haben die 4,4 Millionen wahlberechtigten Bürger Niedersachsens ihren neuen Landtag gewählt.

Außenminister der DDR

Die Sowjetunion wird versuchen, mit dem Hebel „Berlin-Krise“ bei den bevorstehenden internationalen Verhandlungen die Anerkennung ihrer Deutschen Demokratischen Republik zu erzwingen oder mindestens die Reputation Ostberlins beträchtlich zu erhöhen.

Adresse Cadenabbia

Noch weiß niemand genau, was eigentlich im einzelnen in den Briefen stand, die Bundespräsident und Bundeskanzler in der letzten Woche miteinander gewechselt haben.

Um Englands Zukunft in Afrika

Vor anderthalb Jahren, als ich das letzte Mal in der Zentralafrikanischen Föderation war, kam sie mir vor wie ein friedliches Eiland in der Mitte, Afrikas, an dem die Strömungen der Zeit spurlos vorbeiziehen.

Prozeß ohne strahlenden Helden

Die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Bonn hat das Urteil im Strack-Prozeß gesprochen: Botschafter Blankenhorn wurde wegen vorsätzlicher falscher Anschuldigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Art Buchwald:: Musik-Gespräche

Das erfolgreiche Broadway-Stück „Once More With Feeling“ wird jetzt in Paris mit Yul Brynner in der Hauptrolle eines Dirigenten verfilmt.

Des Kaisers Rührei

In Passau, der wunderschönen Stadt, sind mit Recht schon viele berühmte Menschen zu Gast gewesen, Haydn, Mozart, Stifter, Berlioz, ja selbst Napoleon.

Sachsen: Das Urteil von Dresden

Wenn die fünf Studenten, die am vergangenen Sonnabend von einem Dresdner Bezirksgericht wegen Staatsverrats zu insgesamt 37 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, bis.

Baden-Württemberg: Amateurschmuggler...

Da rollte ein Koblenzer Zahnarzt mit seinem Mercedes in Waldshut an die Zollschranken. Als er den Beamten antwortete „Nichts zu verzollen“, war er fest davon überzeugt, daß sie seinen Kaffee, die paar Tafeln Schokolade und die Zigaretten – alles zusammen nicht mehr als 40 Mark wert – nicht finden würden.

Baden-Württemberg: Doppelte Ehrenrettung

Das Amtsgericht hatte im September einen Mann wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu drei Wochen Gefängnis ohne Bewährungsfrist verurteilt, weil er sich gegen eine unbegründete Festnahme auf dem Festgelände in einer Reflexhandlung zur Wehr gesetzt hatte.

ZEITMOSAIK

Mit dem Slogan „Kommt und besucht die englischen Gespenster“ wirbt England für den Fremdenverkehr. Nach Informationen des für die Geistermobilisierung zuständigen Bearbeiten David U.

Was will das französische Theater?

In Paris hat die Neuordnung der französischen Staatstheater einen öffentlichen Widerhall gefunden, der alle weltpolitischen Tagesprobleme übertönen konnte.

Unorthodoxe Religionsbetrachtung

Werte sind zu Zeiten dauernder Wert-Inflationen nicht dadurch zu erhalten, daß man sie irgendwo für Notfalle deponiert. Das gilt auch für geistige Werte wie das viel zuviel zitierte „christliche Abendland“.

Niemals Ausflüchte am Telephon

Der telephonierende Mensch kommt nicht auf seine Kosten. Er redet mit einem Partner, von dessen Gesicht er nichts ablesen kann: weder sein Lächeln, noch sein Staunen, sein Zwinkern, seine Zustimmung oder seine Zweifel.

Hildesheimers Komödien

Im Schloßtheater von Celle: „Die Uhren“ und „Der schiefe Turm von Pisa“ / Von Johannes Jacobi

Antike Tragödien in München

Offenbar absichtslos ergab sich in München ein „Tag des antiken Theaters“: In den Kammerspielen gastierte die Wanderbühne „Der Morgenstern“ mit dem „Hippolytos“ des Euripides, im Residenztheater stellte sich Intendant Helmut Henrichs als Regisseur mit der „Antigone“ des Sophokles vor.

Neben dem Expressionismus

Friedrich Ahlers-Hestermann, Fritz Friedrichs, Franz Nölken Eine Ausstellung in Hamburg

Auch Gefreite sind Menschen

Dem armen James Jones, Verfasser des verflossenen Bestsellers „Verdammt in alle Ewigkeit“, ist von der amerikanischen Kritik jüngst so übel mitgespielt worden, daß er sich verbittert nach Paris zurückgezogen hat.

Niederdeutsche Schwergewichte

Nebel und Gischt... Man gestatte bitte dem Schreiber dieser Zeilen eine von ihm selber handelnde Bemerkung vorweg. Ihm ist, wenn er sich gelegentlich über gewisse niederdeutsche poetische Laster beklagte, schon erwidert worden: Na, und du? Es ist wahr, er hat ihnen in früheren Büchern auch gefrönt.

Michael Guttenbrunner: Der Geier

Vor zwei Jahren machte der österreichische Staatspreisträger Michael Guttenbrunner von sich reden: nicht durch seine Lyrik, sondern durch seine Axt, mit der er, der im Wiener Wald in einer Hütte haust, auf ein paar vorbeifahrende Autos losschlug (auf diese Weise schlicht und eindringlich die These widerlegend, Intellektuelle seien keine Tatmenschen).

Subventionierter Buchexport

Ein englischer Roman kostet in England durchschnittlich 15 s, in Deutschland etwa 12 Mark. Ein deutscher Roman kostet in Deutschland durchschnittlich 17 Mark, in England etwa 35 s.

„Belgien oder gar nichts“

In Straßburg haben sich die Abgeordneten des Europäischen Parlaments darüber gestritten, ob sie die Hohe Behörde der Montan-Union mit der Erklärung einer „manifesten Krise“ im Kohlenbergbau unterstützen sollten.

Rentabilität ist Nebensache

Mit dem Näherrücken der britischen Parlamentswahlen belebt sich die Diskussion um die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien.

Was macht die Notenbank?

Die Deutsche Bundeskank hat innerhalb weniger Tage die Abgabesätze für Geldmarktpapiere zweimal um 1/8 Prozent auf der ganzen Linie gesenkt.

Das Kranksein ist teuer geworden

Ein führender Funktionär des Bundesverbandes der Ortskrankenkassen schrieb unlängst, daß in der sozialen Krankenversicherung, die auf den Prinzipien der Solidarität beruht, viele Versicherte da sein müßten, die Beiträge zahlen, ohne jemals Leistungen zu beanspruchen, um so mitzuhelfen, daß dem anderen Teil Hilfe in stärkerem Maße zuteil werden kann.

Zwei Parteien Zwei Welten

Der Gedanke, die über ein halbes Jahrhundert alte gesetzliche Krankenversicherung den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen, ist nicht neu.

Geld – bar auf den Tisch

Diese Selbstbeteiligung soll den Krankenkassen helfen, die Mittel einzusparen, mit denen sie die geplanten Verbesserungen finanzieren müssen.

Konsolidierung abgeschlossen

Der Wettbewerb wird härter. Wer im Rennen bleiben will, muß sich anstrengen. Das gilt auch für so ein großes Unternehmen wie die Badische Anilin- & Sodafabrik AG, Ludwigshafen, der allerdings auch heute noch der Wind einer guten Konjunktur in den Segeln liegt.

Hoesch-Werke bald voll beschäftigt

Die Abschlüsse der Montangesellschaften für das Geschäftsjahr 1957/58 sind nicht so uniform wie ihre Dividenden. Bei der Hoesch-Werke AG, Dortmund, war die Ertragslage im vergangenen Geschäftsjahr mindestens so stabil wie die wieder 8prozentige Dividende.

Westfalenbank mit gutem Polster

Die Westfalenbank AG, Bochum, die im vergangenen Jahr ihr Kapital um 5 auf 20 Mill. DM erhöht hat, zahlt auf das Aktienkapital für 1958 eine Dividende von 14 (12) v.

Frankfurter Bank stärker im Geldmarkt

Die Frankfurter Bank (sie führt ihre Tradition auf die alte reichsstädtische Notenbank zurück) ist heute eine filiallose Geschäftsbank mit einem Bilanzvolumen von rund 600 Mill.

Meininger mit hohen Rücklagen

Die Deutsche Hypothekenbank Bremen (Meininger), an der die drei deutschen Großbanken maßgeblich beteiligt sind, erzielte im Geschäftsjahr 1958 ein befriedigendes Geschäftsergebnis.

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