Mit einem guten Auftragsbestand erscheinen die Firmen des Dampf- und Wasserkraftmaschinenbaues auf der Messe. Verbrennungskraftmaschinen werden diesmal nicht ausgestellt; denn schon seit einiger Zeit wechseln im Kraftmaschinenbau Jahr um Jahr die Dampf- und Wasserkraftmaschinen mit den Verbrennungskraftmaschinen. Dieser Ausstellungsrhythmus hat sich nach Ansicht des Verbandes bewährt. Zur Gruppenschau der 66 Aussteller von Dampf- und Wasserkraftmaschinen gehören diesmal auch Hinweise über Liefermöglichkeiten von Maschinen und Geräten zur Kernenergie-Verwendung sowie Modelle und Ausrüstungen für den Reaktorbau. Die Arbeitsgemeinschaft der BBC-Krupp wird das Modell eines Hochtemperatur-Versuchsreaktors zeigen und MAN das Modell des Forschungsreaktors der Technischen Hochschule München. Von der Siemens-Schuckert-Werke AG wurde ein 100-MW-Reaktor entworfen, der mit Natur-Uran als Brennstoff und mit Schwerwasser als Moderator arbeitet.

Im übrigen wird die Halle 3 einen ausgezeichneten Einblick in die Leistungsfähigkeit der deutschen Dampf- und Wasser-Kraftmaschinenindustrie geben. Im gewogenen Durchschnitt liegt hier ein Auftragsbestand für 6 bis 25 Monate vor, je nach Leistung der einzelnen Maschinenarten. Die Produktionsentwicklung des letzten Jahres läßt auf den ersten Blick keine so günstige Beschäftigungslage vermuten; denn der Wert ging von 249 Mill. DM 1957 auf 233 Mill. DM 1958 zurück. Dieser Rückgang geht vom Dampfkraftmaschinenbau aus. Der Produktionswert des Wasserkraftmaschinenbaus hat dagegen von 55,8 Mill. DM auf 59,5 Mill. DM zugenommen. Die Produktionswerte der einzelnen Jahre dürfen jedoch in dieser Industriegruppe nicht zu isoliert betrachtet werden. Besonders Großkraftmaschinen haben eine längere Fertigungsdauer, so daß in den jährlichen Produktionswerten auch einige Zufälligkeiten stecken. In den letzten Jahren hat es mehrfach Schwankungen gegeben. So lag zum Beispiel das Jahr 1955 im Dampfkraftmaschinenbau erheblich unter dem Produktionswert von 1954, während jedoch bei den Wasserkraftmaschinen das Jahr 1955 einen noch nicht wieder erreichten Höchststand brachte.

Gewisse Auswirkungen werden freilich auch von Strukturverschiebungen ausgegangen sein. So werden zum Beispiel immer weniger Kolbendampfmaschinen zum Antrieb von Wasserfahrzeugen verwendet. In der Binnenschiffahrt geben sowohl die selbstfahrenden Schiffe als auch die Schlepper mehr und mehr den Dieselmotoren den Vorzug, so daß ein Neubedarf an Kolbendampfmaschinen von dieser Seite kaum mehr zu erwarten ist.

Die Dampfturbine wird heute mit kleinsten Leistungen bis hinunter zu etwa 4 PS geliefert, so daß sie nicht bloß zum Antrieb von Generatoren in Kraftwerken benutzt wird, sondern auch für Pumpen, Gebläse, Kompressoren und als

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Mit Dampf’ und Wasserkraft