Für die deutsche Porzellanindustrie steht die Hannover-Messe 1959 im Zeichen des Böttger-Gedenkjahres. 250 Jahre sind verflossen, seitdem Johann Friedrich Böttger dem König von Sachsen mitteilen konnte, daß er „den guten weißen Porzellan samt der allerfeinsten Glasur“ herstellen könne; damit wurde die Grundlage für die europäische Porzellanindustrie gelegt.

Erfreulicherweise hat die Deutsche Industrie-Messe diesem Jubiläum dadurch Rechnung getragen, daß das diesjährige Messeabzeichen in Form einer Porzellanplakette mit dem Kopf Böttgers hergestellt worden ist, was von der Porzellanindustrie dankbar anerkannt wird.

Mit einer Produktion von mehr als 75 000 t liegt die Bundesrepublik heute bei weitem an der Spitze der europäischen Porzellanproduzenten. Die hohe Exportquote der deutschen Porzellanindustrie, deren besondere Aufmerksamkeit schon von jeher der Pflege ihrer Auslandsbeziehungen galt, stellt erneut unter Beweis, daß trotz der verstärkten Konkurrenz, insbesondere durch Japan und die Ostblockstaaten, die deutschen Porzellanerzeugnisse nach wie vor dank ihrer Qualität und Formgestaltung die verdiente Beachtung finden.

Wie in den Vorjahren wird die haushaltkeramische Industrie auch zur Hannover-Messe 1959 vollzählig vertreten sein und ein Angebot zeigen, das den Besuch in Hannover sowohl für die ausländischen als auch für die inländischen Interessenten unbedingt lohnend macht. In Tafel- und Kaffeeservicen, sowie in Geschenkartikeln mannigfaltiger Art – sei es aus Porzellan, Steingut oder Feinsteinzeug – wird eine überaus vielseitige Auswahl zur Schau gebracht, die dank der Anpassung an die Wünsche der Einkäufer das Angebot im Messehaus 18 zu einem besonderen Anziehungspunkt der Messe werden läßt.

Neben der modernen Richtung, die sich durch klare und ausgewogene Linien auszeichnet, wird auch dem Stilservice wieder größere Beachtung geschenkt; es ist anzunehmen, daß dies in Zukunft in noch größerem Ausmaß als bisher geschehen wird. Die Dekorgebung verwendet die bekannten Techniken und Motive, wobei das Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, sich der Form anzupassen und die leuchtende Schönheit der Glasur hervorzuheben. Allen Geschmacksrichtungen, die sowohl im Inland als auch im Ausland sehr unterschiedlich sind, wird dabei Rechnung getragen; der Messebesucher wird in Hannover all das vorfinden, was im Haushalt dem täglichen Gebrauch dient, die Vitrine oder den festlichen Tisch schmückt oder aber für die Gaststätte oder das Luxushotel bestimmt ist.

Auch auf dem Gebiet der Kunstkeramiken, die zur Ausstattung des Heimes oder des Gartens beitragen, wird das Angebot die Wünsche einer breiten Käuferschicht berücksichtigen. Die Hotel- und Gaststättengeschirre, deren Formgebung nicht nur der modernen Raumgestaltung Rechnung zu tragen hat, sondern auch mit Rücksicht auf die Rationalisierungsmaßnahmen in den Gaststättenbetrieben besonders sorgfältiger Überlegung bedarf, werden den Interessenten ebenfalls durch ihr umfassendes Angebot anziehen.

Das Bemühen der haushaltkeramischen Industrie auf der Deutschen Industrie-Messe geht dahin, einen Überblick über das Gesamtschaffen zu vermitteln und damit im Interesse von Handel und Industrie langfristige Dispositionen zu ermöglichen. M. N.

Die seit einigen Jahren zu beobachtende stete Zunahme der auf der Deutschen Industrie-Messe ausstellenden Ausländer hält an. 1956 kamen 385 Aussteller aus dem Ausland. 1957 waren es 497, 1958 über 600, und in diesem Jahr befinden sich unter den insgesamt 4593 Ausstellern 770 aus dem Ausland. In einzelnen Branchen liegt die Beteiligung ausländischer Firmen über 20 Prozent. Die meisten ausländischen Aussteller kommen diesmal aus Frankreich (145), es folgen die aus Österreich (112), England (87), USA (87), Schweiz (75), Schweden (59), Holland (50), Belgien (40), Italien (38), Dänemark (28) und Kanada (17). Insgesamt sind Firmen aus 25 Ländern vertreten, darunter auch aus dem Ostblock.