• Im Dresdner Studentenprozeß wurden die fünf Angeklagten zu insgesamt 37 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Bezeichnend ist, daß bei der Verhandlung viel von angeblichen Sabotageplänen die Rede war – nie jedoch von der geistigen Opposition der Studenten gegen das Ulbricht-Regime.

  • Der amerikanische Präsident hat nach einigen Tagen desZögerns den 64 Jahre alten bisherigen Stellvertreter von Dulles, Christian A. Hertel zum neuen Außenminister der Vereinigten Staaten ernannt.

Die Amtszeit von Dulles ist beendet – doch damit auch schon die Ära Dulles? Es scheint, als werde Herter zunächst den Nachlaß verwalten, anstatt neue Konzeptionen zu entwickeln.

  • Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen und in Rheinland-Pfalz kam die Tendenz zum Zweiparteiensystem wieder zum Ausdruck.

Abgesehen davon nichts Neues. Einzige Überraschung in Rheinland-Pfalz: 5,1 Prozent der Stimmen (1 Mandat) für die DRP. Erklärung: Skandale in der Mainzer Landesregierung und Unzuträglichkeiten mit den starken NATO-Garnisonen, die antidemokratische und nationalistische Ressentiments hochspülten.

  • Nach sieben Wochen ging in Born der Prozeß des Ministerialrats Strack (Vorgang 1952) gegen Staatssekretär Hallstein und Botschafter Blankenhorn zu Ende. Dutzende von Zeugen, zum Teil aus Tokio, Kairo, Madrid, wurden herbeigeschafft. Kostenschätzung: mindestens 100 000 DM. Ergebnis: Freispruch für Hallstein, vier Monate (mit Bewährung) für Blankenhorn.