Wer ohne jede Narrheit lebt, ist nicht so weise, wie er glaubt. La Rochefoucauld

Gespenstische Werbung

Mit dem Slogan „Kommt und besucht die englischen Gespenster“ wirbt England für den Fremdenverkehr. Nach Informationen des für die Geistermobilisierung zuständigen Bearbeiten David U. Jones sollen in der Stunde nach Mitternacht etwa zehntausend Gespenster auf den britischen Inseln umgehen. Zu den schönsten Hoffnungen berechtigt mitternächtlicher Besuch des Towers. In der Bank von England spukt der Geist eines Kassierers, in der Abtei von Westminster der eines Mönches, und zwar einen, halben Meter über dem Boden, denn konservativ, wie er ist, kann er sich nicht daran gewöhnen, daß der Fußboden bei einem Umbau um einen halben Meter gesenkt wurde. Was der Werbefachmann mitzuteilen versäumt hat: Es kann natürlich keiner der genannten Orte nachts zwischen zwölf und eins besichtigt werden.

Schiwago-Piraten

Eine Fehde ist um die Verfilmungsrechte von Boris Pasternaks Roman „Doktor Schiwago“ ausgebrochen. Unter dem Vorwand, der Roman sei nicht urheberrechtlich geschützt, wollen mehrere amerikanische Produzenten die literarische Sensation auch für sich nutzen. Wogegen natürlich der italienische Verleger Feltrinelli protestiert, der versichert, er sei der alleinige Eigentümer der Rechte, die er keinem Kinomann abgetreten habe oder kostenlos abzutreten gedenke.

Lufttaxis

Der erste Hubschrauber-Taxidienst wird am 24. April in London eröffnet. Die viersitzigen Maschinen sind hauptsächlich für eilige Geschäftsleute bestimmt, die schnell vom Zentrum der Stadt in die Außenbezirke kommen müssen, aber auch für Reporter und als Touristenattraktion. Am Flughafen Westland auf dem linken Themseufer, im Herzen der Stadt, wird zur Zeit noch gebaut.