DIE ZEIT

Das Genfer Paket

Die Genfer Konferenz steht vor der Tür: Ost und West legen diese Woche, mit den Außenministertreffen in Warschau und Paris, die letzte Hand an ihre Pläne.

Kölner Komödie

Die Aufregung, die schon seit ein paar Wochen die Gemüter erregt, kam dadurch zustande, daß der Intendant der Kölner Bühnen, Professor Oscar Fritz Schuh, im März meinte: "Das Theater ist kein Konsumverein In einem Vortrag legte der Intendant dar, daß es nicht Sache der Besucher- oder Massenorganisationen sein könne, Spielplan und Stil des Theaters zu steuern oder zu bestimmen.

Reklame mit Steuern

Mit acht gegen sieben Stimmen bewilligte der Haushaltsausschuß des Bundestages dem Wohnungsbauministerium die Erhöhung seines Propaganda-Etats von 90 000 auf 940 000 Mark.

Kein Kurswechsel in Peking

Am Montag wurde in Peking das 54jährige ZK-Mitglied Liu Schao-tschi als Nachfolger Mao Tse-tungs zum neuen Staatspräsidenten Chinas bestimmt.

Schneiders Machtergreifung

Der Fraktionsvorsitzende der DP, Schneider (Bremerhaven), hat den Wunsch kundgetan, die SPD aus allen Landesregierungen zu verdrängen, in denen sie derzeit als Koalitionspartnerin sitzt.

ZEITSPIEGEL

Parteipolitische Schulungskurse und der Einsatz im Arbeitsdienst haben die Schriftsteller Rotchinas zu unerhörten Leistungen beflügelt: Von zwölf Romanen rotchinesischer Autoren sind nach einer Meldung der Chinesischen Nachrichtenagentur im vergangenen Jahr zusammen 6 350 000 Exemplare verkauft worden.

Hausherr am Ballhausplatz

Vor kurzem wurde im Straßburger Europarat ein Redner von einem italienischen Delegierten unterbrochen und dann vom Vorsitzenden ersucht, sich, doch an das vorgesehene Thema zu halten.

Zersplitterte CDU an der Saar

Der Tod des saarländischen Ministerpräsidenten Egon Reinert trifft die Christlich-Demokratische Union in diesen Tagen, in denen sie zur stärksten Partei des zehnten Bundeslandes wurde, besonders schwer.

Nikitas schwieriger Geburtstag

Geburtstagsfeier für Chruschtschow? Keine Geburtstagsfeier für Chruschtschow? Diese Alternative hat der sowjetischen Führung nicht geringe Schwierigkeiten bereitet.

Emmet: Nein sagen, durchhalten

Daß die westlichen Verbündeten auf Chruschtschows Ultimatum hin in Berlin nicht weichen würden, stand von vornherein fest. Als die größere Gefahr erschien von Anbeginn die getarnte Kapitulation vor dem Osten – jene Möglichkeit also, daß der Westen versuchen würde, das stillschweigende und wahrscheinlich nur befristete Einverständnis der Sowjets zur Fortdauer des Status quo in Berlin mit anderen Konzessionen zu erkaufen: beispielsweise mit einem Disengagement, mit einer Einstellung der Atomversuche ohne ausreichende Kontrollmaßnahmen; der Lockerung des Handelsembargos mit dem Ostblock und der Gewährung von Krediten; und schließlich mit einer Gipfelkonferenz zur Besiegelung dieser Konzessionen.

Kennan: geheim, biegsam, geduldig sich vergleichen

Die Behauptung, daß Chruschtschow und seine Helfershelfer gern die Welt erobern möchten, trifft theoretisch gewiß zu. Aber sie hilft uns nur wenig, das Verhalten der Sowjets in einzelnen Fällen zu verstehen.

Kontroverse vor der Konferenz

Zwei Amerikaner, der Publizist Christopher Emmet und George F. Kennan, Diplomat und Gelehrter, plädieren für verschiedene Methoden

Wein, Soldaten und Korruption

In Niedersachsen wo bisher die Hochburgen der Deutschen Reichspartei lagen, ist diese kleine Gruppe bei den Landtagswahlen vom 19.

Kuhhandel in Hannover

Sagt mal, muß ich mir so‘n Theater eigentlich gefallen lassen?" Niedersachsens langjähriger Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf, der Spitzenkandidat der SPD bei den Landtagswahlen, hat seinen Freunden in den letzten Tagen mehrfach diese Frage gestellt.

Drei Steppkes gaben Vollgas

So etwas hat es in Bremen bislang noch nicht gegeben. Drei Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren schlichen sich da zu nächtlicher Stunde auf den Hof eines Automobilwerks – und nicht etwa, um ihrer Leidenschaft für schnelle Wagen auf stille und verhältnismäßig harmlose Weise zu frönen.

Kulturwunder von Amts wegen

Gewiß, es ist mit Zahlen zu belegen, daß; Bayern mit 539 planmäßigen Lehrstühlen und 179 Dozentenstellen weit vor allen anderen deutschen Ländern marschiert; es läßt sich auch überzeugend darlegen, wie viele und welche kulturellen Leistungen – vornehmlich auf dem Hochschulgebiet und beim Ausbau des höheren Schulwesens – das weißblaue Land den andersfarbigen voraus hat.

Der öffentliche Bücherschrank

Fünfhundertzehntausend Bände besitzen Hamburgs öffentliche Bücherhallen, die jetzt sechzigsten Geburtstag haben. Zu feiern ist aus diesem Anlaß allerdings mehr das Jubiläum der Stiftung, einer Gründung der Patriotischen Gesellschaft.

Bremen: Bremer Einigungsstellen – verfassungswidrig

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat die Bestimmungen des Bremischen Personalvertretungsgesetzes über die Einigungsstellen für nichtig erklärt, soweit die personellen Angelegenheiten der Beamten davon betroffen werden.

Schleswig-Holstein: Später Titel

Der Zweck-Verband des Nordmark-Sinfonie-Orchesters in Flensburg hat unter den Fall Steiner (siehe DIE ZEIT Nr. 16/1959) den Schlußstrich gezogen: Dem künstlerischen Leiter des Orchesters, der bis jetzt keine Urkunde darüber vorlegen konnte, daß er den Titel Generalmusikdirektor zu Recht führte, hat er nun die Dienstbezeichnung Generalmusikdirektor verliehen.

In Kanzlers Hut

Breit und schwer trat in einem Berliner Hut geschäft ein Kunde vor die Theke, der an Hand zweier Zeitungsbilder erläuterte, dies allein sei der Hut nach seinem Gusto, und man möge ihm einen ebensolchen verpassen.

Die Jazz-Makers

Das "größte Jazz-Ereignis in Westdeutschland" fand Mitte April in Essens Gruga-Halle statt. Ohne Superlative und ohne angelsächsische Terminologie geht es bekanntlich nicht beim Jazz.

Gibt es zeitlose Kunst?

Nun also brauchen auch Sie, verehrte Freundin, das Wort "zeitlose Kunst" als Bezeichnung für Kunstwerke, denen Wertbeständigkeit bescheinigt werden soll.

Geht es den Kindern zu gut?

Möchtest du, daß deine Kinder ihr Leben in Ruhe genießen, so laß sie immer ein wenig hungrig sein und es kalt haben – dieses chinesische Sprichwort hat etwas Bestechendes, und die Versuchung liegt nahe, es mit der Ergänzung ".

Der Anti-Anti-Semitismus

Ist ein Anti-Anti sehr sinnvoll? Es hebt sich bestenfalls auf. Der Kampf gegen den Antisemitismus muß geführt werden – leider, solange es Antisemitismus wirklich noch gibt.

ZEITMOSAIK

Zum erstenmal wurde der "Kunstpreis der Deutschen Demokratischen Republik" an insgesamt fünfzehn Musiker, Maler, Schauspieler, Regisseure und Bildhauer verliehen.

Heinz Beckmann kontra Walter Jens

Durch einen H. B. gezeichneten Artikel im "Rheinischen Merkur" wurde ich endlich gezwungen, "Moderne Literatur und moderne Wirklichkeit" zu lesen, einen Vortrag, den – wie ich dem H.

Felicitas Girod:: Impressionen (I)

Man kann sie am besten von dem kleinen Café aus beobachten. Durch die Glastür sieht man den oberen Teil eines Bildes. Vor dem Kopf des Geifers über den Dächern, lichtgedrängt die Köpfe der Anbeter, der Verständnislosen, der Schulkinder, der Liebespärchen, der Kunstschüler und der normalen Leute.

Unser Recht:: Die sanften Diktatoren

Wenn sich berühmte Modeschöpfer geschmeichelt als "sanfte Diktatoren" bezeichnen lassen, sind sie sich natürlich völlig bewußt, daß sie Gewaltmenschen sind, die lediglich mit sanften Mitteln zu unterjochen verstehen.

Villa bei Nacht

An jedem Abend des Jahres, auch wenn es regnete oder schneite, machte Herr Paulsen einen Rundgang um seine Villa. Soweit die Dunkelheit es zuließ, sah er überall nach dem Rechten und begab sich hinterher zur Ruhe.

Düsteres Chinabild

Noch einmal ist es heraufbeschworen worden, das alte China, in den Augenblicken der Auflösung, die ihm der Jahrhundertanfang brachte, die Zeit der "Boxer"-Aufstände, jener letzten verzweifelten Erhebung gegen die weißen Eindringlinge, die "fremden Teufel" mit den hellen Haaren und den großen Nasen.

Unser Seller-Teller April 1959

Als Überschrift wäre zu setzen: der Durchbruch von Lawrence Durrell – ein Durchbruch, an dem die literarische Kritik unserer Zeitungen ganz stark beteiligt war.

Wunschbefriedigung im Roman

Der Australier D’Arcy Niland machte im vorigen Jahr zum erstenmal in Deutschland von sich reden durch seinen Roman "Shiralee" (besprochen von Martin Beheim-Schwarzbach in der ZEIT Nr.

Das heikelste Thema der gegenwärtigen Philosophie

Der Prozeß, der hier geführt wird, ist deshalb so heikel, weil ein gut Teil nicht nur der deutschen Philosophie, sondern aller Geisteswissenschaften in ihn verstrickt ist; und weil ein Mann, der hier kritisch plädieren will, sich besonders hüten muß vor vielen, die auf seiner Seite stehen.

Nur ein Obersoldat

etwa in der Erwartung zu lesen beginnt, einer persönlichen Deutung des Kriegsgeschehens zu begegnen. Was Klepper nämlich über das Jahr 1941 zu berichten weiß, verdiente nicht unsere besondere Aufmerksamkeit, enthielten seine Aufzeichnungen nur die Tagebuchnotizen über den Vormarsch durch Rumänien und Bulgarien sowie den Einfall in Bessarabien und die Ukraine.

Der wiederentdeckte Mendelssohn

Als es nach den bekannten zwölf Jahren in Deutschland mit einem Male wieder möglich war, Komponisten zu hören, die vordem verboten gewesen, waren viele Musikfreunde sehr gespannt darauf, welchen Eindruck diese oder jene Musik nach so langer Karenzzeit jetzt auf sie machen würde.

Der Verbraucher ist ein bedauernswertes Geschöpf

Man hört heute, der Kunde beeinflusse durch sein Verhalten... Preise, Qualitäten und das, was angeboten wird. Trifft diese Behauptung nach Ihrer Erfahrung zu oder nicht?" Mit dieser Frage schickte die "Intermarket", Gesellschaft für internationale Markt- und Meinungsforschung GmbH in Düsseldorf, ihre Vertreter in die bundesdeutschen Lande, um zu erforschen, ob sich der Verbraucher seiner "Wirtschaftsmacht" überhaupt bewußt sei.

Dem Idol näher

In ihrem am 20. April 1959 abgeschlossenen und soeben veröffentlichten Geschäftsbericht für das zweite Jahr der Ära Blessing, also das Kalenderjahr 1958, kann die Bundesbank "mit einer gewissen Befriedigung" darauf verweisen, daß ihre vielfach als allzu konservativ gescholtene Grundkonzeption sich einmal mehr bewährt habe.

Wer bezahlt die Rechnung?

Die Rechnung, so schöpft man Verdacht, bezahlen hier die Pflichtmitglieder. Von diesen unterstützt, will Minister Blank durchsetzen, daß die höherverdienenden freiwilligen Mitglieder künftig mindestens den Höchstbetrag eines Versicherungspflichtigen zahlen müssen.

Wirklich ein Problem

Das ist auch die große Kritik an allen Plänen der Selbstbeteiligung: Die Leute werden – aus falscher Sparsamkeit – nicht früh genug den Arzt aufsuchen.

Leistungserhöhung ohne Kostenbeteiligung

1. Niemand bestreitet, daß Leistungen der sozialen Krankenversicherung ausgenutzt werden können. Aber auch die private Versicherungswirtschaft steht hinsichtlich des subjektiven Risikos vor ähnlichen Problemen.

Paul Schulze feiert krank (IV)

Harte Debatten erwarten den Bundestag. Die Referenten des Bundesarbeitsministeriums haben einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die schon längst überfälligen Schlußfolgerungen aus der achtzigjährigen Entwicklung unserer gesetzlichen Krankenversicherung ziehen möchte.

Amerikanische Wirtschaftsprobleme: Mammut-Konzerne suchen die Macht

Die amerikanischen Konzerne stehen erneut im Brennpunkt der wirtschaftspolitischen Diskussion. Das Justizministerium, gestützt durch die Regierung und die Mehrheit des Kongresses, ist in der letzten Zeit immer häufiger eingeschritten, um die überbordenden Expansionsgelüste der "Großen" einzudämmen.

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