Die Neuordnung der gesetzlichen Krankenversicherung – Die Pläne der Sozialdemokraten / Eine Reportage von Heinz Stuckmann und Albert Schiefer

Harte Debatten erwarten den Bundestag. Die Referenten des Bundesarbeitsministeriums haben einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der die schon längst überfälligen Schlußfolgerungen aus der achtzigjährigen Entwicklung unserer gesetzlichen Krankenversicherung ziehen möchte. In drei Folgen sind unsere Mitarbeiter Heinz Stuckmann und Albert Schiefer dieser Entwicklung nachgegangen; sie haben gezeigt, wie aus einer Hilfe für wenige Arme eine Zwangsfürsorge für viele Bürger wurde, sie haben den Mißbrauch untersucht, die das Solidaritätsprinzip heute zur Zwangsjacke für die vielen macht, die Maß halten. Unsere letzte Fortsetzung stellte dar, wie der Bundesarbeitsminister Abhilfe schaffen will. Mit diesem Artikel kommen wir zum Schluß.

Im Grün des Frühlings, umgeben von blühenden Bäumen, liegt das Städtische Krankenhaus, ein moderner Bau aus Beton und Glas. Drinnen haben die Wände helle Pastellfarben. Vom Zentralbau mit Verwaltungs-, Laboratoriums- und Operationsräumen gehen nach drei Seiten die Flügel zu den Krankenzimmern. Vier Patienten liegen normalerweise in einem solchen Zimmer, bei großem Andrang auch sechs. Krankensäle gibt es hier nicht mehr. Es riecht auch nicht mehr nach Karbol. Es könnte eine Schule oder Universität sein, wenn nicht Schwestern umherliefen, wenn nicht Kranke durch die Gänge gefahren würden oder gerade im Morgenrock oder Bademantel zur Behandlung gingen.

"Wir haben auch medizinisch das beste, nach allerneuestem Stand der Wissenschaft eingerichtete Haus in dreißig Kilometer Umkreis", behauptete der Chefarzt und erklärt mit vielen Worten die weißen, ungetümen Maschinen für Strahlen-Therapie. Fast alles ist möglich in diesem Haus – so glauben wir verstanden zu haben –, wenn die Patienten früh genug zum Arzt gehen ...

In 14 Tagen tot