Die Tiere finden mit sicherem Instinkt, die Orientalen durch die Fürsorge ihrer Eltern, moderne Menschen durch die Liebe zueinander

Leider klappt es mit der Liebe nicht immer besonders dann nicht, wenn auch noch eine Ehe daraus werden soll. Um solche Unvollkommenheiten auszugleichen, gibt es die Heiratsanzeige Auf diesem "nicht mehr ungewöhnlichen" Wege finden Männer zur Ehegemeinschaft, zur Lebenskameradin, wenn nicht sogar zur Einheirat, Frauen zu Geborgenheit, zur Erfüllung ihres Schicksals, zum Glück im Lebensherbst, wenn nicht gar zum Herrn in guter Position.

Meistens sind die Heiratslustigen keineswegs lustig, sondern sehr ernsthaft darum bemüht, ihrer Furcht vor Vereinsamung – oder was immer sie zur Ehe treibt – zu entgehen. Aber – und dies liegt in der Natur des Menschlichen – sie suchen nicht schlechtweg einen Mann oder eine Frau. Sie suchen vielmehr selbst- und zielbewußt. Und weil es sich nun einmal auf der Anzeigenseite herausgebildet hat, mit Sachlichkeit aufzuwarten, die Heiratsanzeigen ohnehin gleich hinter dem Tiermarkt und vor den Immobilien stehen, richtet man sich präzis nach dem heutigen Geschäftsgebaren.

Erstens ist man vorsichtig im allgemeinen: "Diskretion und Photo erbeten";

zweitens rückversichert man so gut wie möglich: "nach eingehendem Kennenlernen";

drittens stellt man exakten Forderungen an den Partner genügend Reklame für das eigene Angebot entgegen: "gute Erscheinung, charakterfest, warmherzig".

Wer es nicht selber wagt, die persönlichen Vorzüge frei heraus zu nennen, findet sicher eine Freundin oder einen Vetter, der dies "insgeheim" nach vorheriger Absprache übernimmt, oder ein Eheinstitut, das gegen entsprechende finanzielle Gegenleistungen internationale Beziehungen, jahrzehntelange Erfahrung, Ruf und Anerkennung bei einer rein individuellen exklusiven Vermittlung in die Waagschale wirft.