DIE ZEIT

Das Njet am Genfer See

Die Genfer Konferenz hat als Zwiegespräch der Schwerhörigen begonnen. Mindestens vorerst (und jedenfalls am offiziellen Konferenztisch im Palais des Nations) mutet daher das gewaltige Aufgebot von Staatsmännern und Diplomaten, die beharrlich aneinander vorbeireden, einigermaßen surrealistisch an.

Kanzler Erhard?

Man hat um die Nachfolgeschaft des Kanzlers Adenauer sehr viel Wind gemacht: zuviel, wie uns scheint. Aber erinnern wir uns doch einmal, welcher Name genannt wurde damals, schon damals vor der Bundestagswahl vom Jahre 1957.

Zensur nach zehn Jahren: Bewährt

Am Sonnabend ist es zehn Jahre her, seit das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet wurde. Das war am 23. Mai 1949, und einen Tag später trat dieses Grundgesetz in Kraft – zunächst eine Verfassung ohne Staat.

Seehund – Spaß oder Symbol?

Die Geschichte mit dem Schnauzbart war im niedersächsischen Wahlkampf besonders wirkungsvoll. Hinrich Kopf hat sie erzählt, und er hat es um so lieber getan, als sie ins Gebiet des Waidwerks gehörte und sein Publikum nicht mit politischer Gedankenarbeit belastete.

Zeitspiegel

"Der wirkliche Urheber der westlichen Vorschläge sitzt selbst nicht in Genf am Tisch der Außenminister. Nur sein Schatten, der Schatten des Herrn Adenauers.

Fernsehen müßte man haben...

Die Bundespost hat sich von ihrem Verwaltungsrat mehr als 36 Millionen Mark für den Bau von 30 Fernsehsendern bewilligen lassen.

Mehr Marschälle in Moskau

Während sich in Genf die Diplomaten auf das Außenministertreffen rüsteten, hat das Präsidium des Obersten Sowjets drei wichtige Ernennungen in der militärischen Führung der Sowjetunion bekanntgegeben: ein General ist zum Marschall, zwei Marschälle sind zu Hauptmarschällen befördert worden.

Moskau revidiert den "Diamat"

Abseits der wechselvollen Tagesereignisse hat die Sowjetführung eine bedeutsame ideologische Umorientierung vorgenommen und sich teilweise von Stalins Darstellung des dialektischen Materialismus abgekehrt.

Gruß an Ernst Niekisch

Am 23. Mai 1959 begeht eine weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte Persönlichkeit ihren 70. Geburtstag: Ernst Niekisch.

De Gaulle im Hintergrund

Die französische Regierung hat die mit Spannung erwartete Kraftprobe am ersten Jahrestag des Putsches vom 13. Mai 1958 bestanden.

Zwischen Haß und Reserve

Was geschieht wirklich in Genf? Wer seine Informationen darüber lediglich von den Propagandaorganen des SED-Staates beziehen muß, dem entrollt sich ein wunderliches Bild: Die DDR-Delegation in Genf unterbreitet mitreißende Vorschläge; das Interesse der Weltöffentlichkeit konzentriert sich auf sie; Dr.

Segnis Sorgen im Süden

Praktisch gibt es südlich der Alpen heute noch zwei völlig verschiedene Nationen: das industrialisierte Norditalien und das landwirtschaftliche Süditalien, den Mezzogiorno.

Straßen-Lexikon

Die Hermannstraße in Hamburgs Innenstadt gibt es schon so lange, daß ihr Namensschild – einst schürzenblau – jetzt leicht ergraut ist.

Baden Württemberg: Millionen-Scheck aus der Seitentasche

Die Entscheidung darüber, ob am Oberrhein das Erdölzentrum des Südwestens entstehen wird, ist gefallen: nach beinahe zweijährigen Verhandlungen hat jetzt eine deutsche Erdölgesellschaft am Rhein bei Karlsruhe Gelände für den Bau einer Großraffinerie gekauft.

Was vermag Kultur?

In Würzburg fand eine "Nordische Kulturwoche" statt, die Fortsetzung einer Reihe von ähnlichen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren, die dem kulturellen Kontakt mit Italien, Frankreich, Spanien und Portugal gewidmet waren.

"Heiratsmarkt"

Leider klappt es mit der Liebe nicht immer besonders dann nicht, wenn auch noch eine Ehe daraus werden soll. Um solche Unvollkommenheiten auszugleichen, gibt es die Heiratsanzeige Auf diesem "nicht mehr ungewöhnlichen" Wege finden Männer zur Ehegemeinschaft, zur Lebenskameradin, wenn nicht sogar zur Einheirat, Frauen zu Geborgenheit, zur Erfüllung ihres Schicksals, zum Glück im Lebensherbst, wenn nicht gar zum Herrn in guter Position.

ZEITMOSAIK

Die englische Sonntagszeitung Sunday Express gibt ihren Lesern einen Kurzführer für Europareisende, der darüber informiert, wie man und was man wo am besten zu essen und zu trinken bestellt, was man anziehen und was man sich ansehen sollte.

Nr. 21 vom 26. Mai 1949: Goethe und Curtius

Daß die Verehrer des Basler Philosophen über den Aufsatz "Goethe oder Jaspers?" von Curtius in so wehmütige Entrüstung geraten sind, zeigt sie als echte Jünger ihres Meisters.

Sündenfall der deutschen Germanistik?

Rudolf Walter Leonhardts ZEIT-Artikel darüber, "wie man in Deutschland Deutsch studiert", sind jetzt als Büchlein in der Kulturschriftenreihe des Artemis-Verlages erschienen (Heft 21: "Der Sündenfall der deutschen Germanistik – Vorschläge zur Wiederbelebung des literarischen Bewußtseins in der Bundesrepublik"; 55 S.

Alexander von Bernus:: An M.S.G.

Hier ein Meisterbeispiel dafür, wie Gedichte nicht übertragen werden können. Wir entnehmen es der verblüffendsten Gedichtauswahl, die uns in einem so bekannten Verlag seit langem begegnet ist: "Lord Byron" (deutsch und englisch); herausgegeben und ins Deutsche übertragen von Alexander von Bernus; Lambert Schneider Verlag, Heidelberg; 135 S.

Zwanzig Heiligenlegenden

Von Martin. Beheim-Schwarzbach er an alten christlichen Legenden mit mittelalterlicher Patina und in lutherischer Sprache seine Freude hat, wird mit Gewinn und Genuß zu einer Auswahl aus dem spätmittelalterlichen Volksbuch "Legenda Aurea" greifen, in welchem seinerzeit die Heiligenlegenden zum ersten, Male in deutscher Sprache gesammelt wurden, ohne daß man die Verfasser kennt.

Literarische Wunderkinder

Enthüllungen von Erwachsenen in Form von Romanen oder Biographien versprechen offenbar keinen Erfolg mehr...................

Dupins Nachfahre, Poirots Vorgänger

Eine sprichwörtliche Figur zu schaffen wie Don Quijote, Hamlet, Tartüff oder Michael Kohlhaas – das will uns als hohe Bestätigung dichterischen Genies erscheinen.

Erwandertes durchdacht

Was erwartet man bei einem Buchtitel, der an romantische Anachronismen erinnert oder gar an Wald- und Wiesenschwärmerei im längst verjährten Wandervogelstil? Oder an lehrhafte Altherrenweisheit, die beschwörend Erinnerungsbilder aufdrängen möchte aus der guten alten Zeit, "da wir noch zu Fuß die Heide und das schneebedeckte Gebirge durchstreiften", oder so ähnlich.

Zeugen der Wahrheit

Es gibt eine Gelehrsamkeit, die (nach Kant) zum Stumpfsinn, und eine andere Gelehrsamkeit, die zur Meisterschaft führt. Gelehrsamkeit der zweiten Art zeichnet die Arbeiten von Josef Pieper aus.

Der Riß im Leben Rathenaus

Beim Essen saßen sie sich lange Zeit schweigend gegenüber. Beide dachten das gleiche. Keiner fand das befreiende Wort. Endlich rang sich aus der Mutter Mund die bange Frage: Walther, warum hast du mir das angetan Rathenaus ganze Menschlichkeit wuchs aus der knappen, gedrückten Antwort: ‚Mama, ich mußte es ja, weil sie keinen andern gefunden haben.

Restaurateure und Abenteurer

Und fremdländisch sind die Namen zur Genüge, denn dies ist die Geschichte einer armenischen Kolonie in New York zwischen den Weltkriegen.

Ost-Kredite ...

Nicht alle Blütenträume reiften, die der Vorstand der bundeseigenen Kieler Howaldtswerke in puncto Russenaufträge vor seiner kürzlich beendeten Moskau-Reise hegte.

Geldvernichtung in Ägypten

Eine sehr drastische Maßnahme, die das Geld berührt, ist in Ägypten durchgeführt worden und hat im Lande selbst und in ausländischen Finanzzentren erhebliche Aufregung verursacht.

Ärger mit den Stahlpreisen

In einem merklich freundlicheren Konjunkturklima fand in diesen Tagen die Jahresversammlung der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie statt.

Devisen ohne Ausweis

Was in Frankreich in der Pfingstwoche auf dem Gebiet der Konvertibilität des Franc beschlossen wurde, kommt einem ersten, schüchlernen Versuch gleich, die Währungsfreiheit für Inländer vorzubereiten.

Steuerbilanz kontra Handelsbilanz

Im Zusammenhang mit der beabsichtigten und zur Debatte stehenden Reform des geltenden Aktienrechts ist auch in der ZEIT die Frage aufgeworfen worden, ob nicht die Steuerbilanz eine bessere Rechenschaftslegung gegenüber den Aktionären ermögliche.

Zeit-Raffer

Die von der westdeutschen Industrie Anfang dej Jahres eingeleitete Aktion zur Steigerung der Aufeinen sehr erfolgreichen Verlauf.

Kommentar zum EWG-Vertrag

Noch vor Anlauf des ersten Jahres des Bestehens der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hat der Verlag August Lutzeyer eine Kommentierung der Artikel 1 bis 136 des EWG-Vertrages herausgebracht (Kommentar zum EWG-Vertrag in zwei Bänden, Verlag August Lutzeyer – Baden-Baden – Bonn – Frankfurt/M.

Gute Aussichten für die Teilzahlung

Für den Absatz von Fernsehgeräten stellt die Kundenkreditbank KG auf Aktien (Düsseldorf) eine günstige Prognose. Diese größte deutsche Teilzahlungsbank teilt in ihrem Geschäftsbericht für 1958 mit, daß von 3 v.

Gedrückte Gewinne

Je weiter der drängende Nachholbedarf gedeckt ist, desto stärker wirkt sich auf die Entwicklung in der Konsumgüterindustrie der Wandel der Verbrauchergewohnheiten aus.

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