Ein Diskussionsbeitrag zur Aktienrechtsreform

Von Wolfgang Pohle, Vorstandsmitglied der Mannesmann Aktiengesellschaft

Im Zusammenhang mit der beabsichtigten und zur Debatte stehenden Reform des geltenden Aktienrechts ist auch in der ZEIT die Frage aufgeworfen worden, ob nicht die Steuerbilanz eine bessere Rechenschaftslegung gegenüber den Aktionären ermögliche. Die Meinungen gehen auseinander. Es gibt Aktienrechtler, die der – bis heute nicht zur Veröffentlichung bestimmten und nur für die Zwecke des Finanzamtes erstellten – Steuerbilanz einen größeren Aussagewert über die tatsächliche Lage eines Unternehmens nachrühmen als der den Aktionären in der Hauptversammlung vorgelegten Handelsbilanz. Dabei wird darauf hingewiesen, daß sich die Unternehmen, namentlich die Aktiengesellschaften, in diesen veröffentlichten (Handels-)Bilanzen mit Rücksicht auf die "dividendenhungrigen Aktionäre" ärmer rechneten, als sie es in Wirklichkeit seien. Es gibt andere Aktienrechtler, die umgekehrt argumentieren und darauf verweisen, daß gerade die Steuerbilanz die wahre Lage eines Unternehmens nicht aufhelle, weil die unter dem "Druck des Finanzamtes" erstellte Jahresrechnung ein Unternehmen reicher erscheinen lasse als es sei. Dieser Ansicht neigt der Autor des folgenden Beitrags zu, den wir als Diskussionsbeitrag zu dieser wohl noch nicht präzise zu beantwortenden Frage veröffentlichen.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung dienen der Rechenschaftslegung über einen bestimmten Zeitabschnitt. Während die Gewinn- und Verlustrechnung Auskunft darüber gibt, welche Aufwendungen und Erträge nach dem Verursachungsprinzip auf den Abrechnungszeitraum entfallen, bezweckt die Bilanz unter dem Gesichtspunkt der Erfolgsermittlung, über den Ansatz von Vermögens- und Schuldpositionen an einem Stichtag auch die für spätere Perioden erwarteten Aufwendungen und Erträge auszuweisen. Da die dem Unternehmen später erwachsenden Aufwendungen und Erträge erst im Realisierungszeitpunkt genau beziffert, werden können, wird mit der Bilanzierung praktisch der Versuch unternommen, für die Zukunft erwartete Ausgaben und Einnahmen am Bilanzstichtag abzuschätzen.

Die unterschiedliche "Geldnähe" der Bilanzpositionen beeinflußt dabei wesentlich das Schätzungsergebnis. Bereits die Einnahmen aus einer kurzfristigen Forderung lassen sich nicht annähernd immer genau beziffern, geschweige denn sten. Der Zinsbetrag wird bereits bei Auszahlung des Kreditbetrages abgezogen.

Die Sowjetunion will aus ihren an Ölvorkommen reichen Gebieten jenseits der Wolga eine Ölleitung bauen, die ihre europäischen Satellitenstaaten versorgen soll. Das Riesenprojekt, dessen Länge über 3600 Kilometer betragen soll, wird gemeinsam von der Sowjetunion, Polen, Ungarn, der Sowjetzone und der Tschechoslowakei gebaut. Die Gesamtleitung haben sowjetische Ingenieure. Nach einem Bericht des Moskauer Rundfunks soll der nördliche Strang der Leitung Polen und die Sowjetzone, der südliche Ungarn und die Tschechoslowakei versorgen.

Nach den neuesten amerikanischen Statistiken haben im Februar 7 189 000 US-Bürger staatliche Fürsorgegelder erhalten. Gesamtsumme: 308 Millionen Dollar. Altersfürsorge empfingen 2 437 000 Menschen (159 von 1000 über 65jährigen); Kinderbeihilfen 2 901 000; Blindenunterstützung 109 000; Unterstützung bei totaler Arbeitsunfähigkeit 330 000. Außerdem gab es im Februar noch 480 000 "allgemeine" Fürsorgefälle.