Da unserem vortrefflichen Hausbesitzer an einem der vergangenen trüben Herbsttage unsere zahlreiche Kinderschar bewußt geworden war, räumte uns dieser gütige Mann ein Stück seines Gartens zur Bearbeitung ein.

Der Termin war gut gewählt. Wir gruben das unversehens unserer Bewirtschaftung unterstellte Stück Land um, so daß die Krume ordentlich durchwintern konnte, und sparten auch nicht mit dem erforderlichen Dünger. Nach dem letzten Frost im Februar erfolgte eine weitere gründliche Bearbeitung des Bodens, Beete wurden angelegt, Pfade mit Hilfe der uns zahlreich zur Verfügung stehenden Füße getreten und ein Bebauungsplan aufgestellt Vor allem gelüstete es uns nach Salat.

Wie köstlich mußte er schmecken, wenn er, wie das nunmehr der Fall sein würde, vom Beet direkt in die Schüssel kam! Bereits Anfang März begannen wir, Pflücksalat, "Amerikanischer, brauner", zu säen, in Reihen mit 25 cm Abstand, und zwar alle vierzehn Tage drei Päckchen, damit es uns an diesem trefflichen Gewächs nicht mangele. Gleichzeitig brachten wir auf einem gesonderten Beet den garantiert hochkeimfähigen Samen (behördlich anerkannt und zugelassen) des Kopfsalates "Maikönig, sehr früh" in den Boden, und zwar im gleichen Verhältnis.

Ein anderes langgestrecktes und recht aufnahmefähiges Beet hielten wir frei, um später, wenn die Pflänzchen des "Maikönigs, sehr früh" vier bis fünf Blätter entwickelt hatten, sie, gemäß Kulturanweisung in Abständen von 30 cm, dorthin zu verpflanzen. Unser aufmerksamer Hausbesitzer verfolgte mit Interesse die Fortschritte unserer Arbeit. Der gutmütige Mann rauchte seine Pfeife und ließ uns gewähren.

Die Witterung war günstig. Der zuerst gesäte Pflücksalat "Amerikanischer, brauner" begann erwartungsgemäß zu sprießen, die winzigen Blättchen entwickelten sich. Meine Frau, deren Klugheit und Besonnenheit selbst von Außenstehenden gerühmt wird, riet, mit der Ernte sogleich zu beginnen. Ich aber wollte es wachsen sehen und beschloß, die Erlaubnis zur nützlichen Verwertung des Angepflanzten, die ja mein Werk unweigerlich zerstören mußte, erst zu geben, Wenn sich die Pflanzen sichtbar ausgebildet hatten.

Um nichts zu versäumen, brachte ich nun noch ein Päckchen "Fürchtenichts, Sommerkopfsalat" in die Erde. Mittlerweile kam auch der "Maikönig, sehr früh" aus dem Boden. Überall begrünte es sich in schnurgeraden Reihen. Es war eine Herzensfreude. Selbst unser verständiger Hausbesitzer brummte irgend etwas, was unzweifelhaft eine Anerkennung war.

Meine Frau, als Weib der Natur ein Stück näher als ich, geriet in eine seltsame Aufregung. Nun, da die Katastrophe eingetreten ist, kann ich diese ihre damalige Aufregung nur als eine dem weiblichen Wesen eigentümliche Vorahnung bezeichnen, von dem nämlich, was sich anbahnte. Es gelang ihr, den von mir festgesetzten Termin des Erntebeginns um drei Tage vorzuverlegen.