Die Polizei und der Straßenbau haben sich, um diese Ursache der Massenhaftigkeit überhaupt in den Griff zu bekommen, so geholfen, daß sie sogenannte Nadelkarten anlegen, um dadurch die Verkehrsdichte hervortreten zu lassen. Und die Verwaltungen sehen es als selbstverständliche Pflicht an, an Stellen großer Verkehrshäufung besondere Maßnahmen zu treffen, soweit ihre finanziellen Mittel dies erlauben. Jedenfalls versuchen sie nirgends, sich an solchen Stellen auf die Dauer mit einem bloßen Schilderwald zu behelfen...

Ein klarer Beweis

Es mag gut sein, eine Veranschaulichung von den großen Regelmäßigkeiten des Verkehrs-Unfallgeschehens, die in den Verkehrs-Unfallstatistiken zum Ausdruck kommen, zu geben.

Man kann diese Tabelle nicht betrachten, ohne von der Konstanz der Verteilung der Unfälle überrascht zu sein. Sie bedeutet: Jahr für Jahr wiederholen sich in allen Kreisen aus den gleichen – offenbar schwer veränderlichen – Ursachen die Unfälle. Wenn man die Autofahrer, die Polizisten oder die Straßenbauer nach dem Grund für diese eigenartige Konstanz fragt, so bekommt man die Antwort, das läge an der Verkehrsdichte und am Straßensystem. Die zweite Eigenart des Verkehrsunfallgeschehens, welche die Tabelle zeigt, liegt in der Konstanz der Unterschiede des Anteils der verschiedenen Kreise am Unfallgeschehen insgesamt. Wenn auch die Hauptunterschiede zwischen den Kreisen zum größten Teil auf den unterschiedlichen Anteil der städtischen Bevölkerung an der Kreisbevölkerung zurückgehen (siehe Kiel, Lübeck, Flensburg und Pinneberg), so laßt sich doch durch weitere Analysen dieser Zahlen zeigen, daß die Verkehrsdichte und die Straßendichte je Einwohner ebenfalls eng mit den Unterschieden der Unfallhäufigkeit der Kreise zusammenhängen.

Bei entsprechender Gewichtung der Unfälle nach Verkehrs- und Straßendichte würde sich also die Leonhardtische Rangfolge der Unfallursachen

1. Straßenverkehrsverhältnisse (einschl. aller Schwächen im Straßensystem),

2. Fahreigenschaften,