Mit der Aufstellung der DM-Eröffnungsbilanzen waren die früher vielfach üblichen Unterschiede zwischen den Steuerbilanzen und den veröffentlichten Bilanzen bei den Aktiengesellschaften (Handelsbilanzen) praktisch beseitigt. In den darauffolgenden Jahren hat ein Teil der Verwaltungen den Versuch gemacht, stille Reserven der Öffentlichkeit dadurch vorzuenthalten, daß sie getrennte Bilanzen für – die Steuererklärung und für die Veröffentlichungen aufgestellt hat. Das damit verbundene Auseinanderlaufen der beiden Bilanzen scheint aber ein schnelles Ende zu finden.

Bereits in den Geschäftsberichten für 1957 wurde wiederholt von Verwaltungen mitgeteilt, daß man auch auf Grund der inzwischen vorgenommenen Buch- und Betriebsprüfungen, die bis zur DM-Eröffnungsbilanz zurückgingen, wieder zu einer einheitlichen Bilanz entschlossen habe. Auch in den Geschäftsberichten für 1958 findet man wieder solche Hinweise, für die folgende Auslassung tpisch ist: "Auf Grund dieser Prüfung ergaben sich einige Abweichungen der Steuerbilanz von der Handelsbilanz. Um die erhebliche zeit- und Kostenverursachende doppelte Bilanzerstellung in Zukunft zu vermeiden, wurden im Geschäftsjahr 1958 die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz eingebucht, so daß der vorliegende Abschluß zum 31. 12. 1958 wieder Übereinstimmung zwischen Handels- und Steuerbilanz bringt."

In der Tat waren die dabei bekanntgewordenen stillen Reserven der Gesellschaften sehr gering. Sie waren nicht überall so klein wie im vorliegenden Falle, wo einem Anlagevermögen von 612 000 DM nur etwa 13 000 DM zur Angleichung an die Steuerbilanz zugebucht wurden. Aber auch bei höheren Zubuchungen waren diese im Verhältnis zu dem ausgewiesenen Vermögen durchweg so gering, daß eine nennenswerte Veränderung des Bilanzbildes nicht eintrat. Man kann also heute wieder davon ausgehen, daß die veröffentlichten Bilanzen der Aktiengesellschaften weitestgehend den Steuerbilanzen entsprachen, also der Bilanzwahrheit recht weit nahe kommen. Es wäre zu wünschen, daß auf Grund dieser Erfahrungen auch diejenigen Gesellschaften, die bisher ihre Bilanzen noch zweigleisig aufgestellt haben, zukünftig darauf verzichten, damit endlich eine Einheitlichkeit in der Beurteilung der veröffentlichten Bilanzen erzielt wird. -m