R. St., Bonn

Da gibt es einige ehemalige Bundesminister, die nicht oder (nach ihrer Meinung) nicht ausreichend versorgt sind. Was tut das Bundeskabinett? Es verabschiedet einen Gesetzentwurf über höhere, früher fällig werdende Ministerpensionen. Und das just in dem Augenblick, wo man finanziell nicht vertretbare Forderungen der Kriegsopferverbände zurückweisen muß.

Natürlich geht es in den beiden Fällen um völlig verschiedene Größenordnungen: Der Aufwand für die vorgesehenen Ministerpensionen fällt überhaupt nicht, der für die Kriegsopfer wegen der sehr viel größeren Zahl der Betroffenen ungeheuer ins Gewicht. Aber mußte man ausgerechnet zu diesem heiklen Zeitpunkt mit jenem Antrag kommen? Sind die zwei oder drei Minister außer Dienst denn am Verhungern?

Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte hier gewiß gut getan.