Im Geschäftsjahr 1958 hat die Tätigkeit der Esso AG, Hamburg, eine erhebliche Ausweitung erfahren, die sich in dem auf 1 Milliarde (743 Mill.) DM erhöhten Bilanzvolumen niederschlägt. Während der Mengenumsatz um mehr als 18 v. H. anwuchs, hat der Nettoumsatz nur um 7,9 v. H. auf 1435,34 (1330,63) Mill. DM zugenommen. Unter Einschluß von der Gesellschaft abgeführter Zölle und Mineralölsteuern von 470,76 (410,05) Mill. DM erhöhte sich der Bruttoumsatz auf 1 906,10 (1 740,68) Mill. DM. Der scharfe Wettbewerb, besonders am Heizölmarkt, führte zu erheblichen Erlösminderungen, die die Ursache wurden für den Jahresverlust von 19,33 Mill. DM. Für 1957 war nach Zuführung von 1,1 Mill. DM an die gesetzliche Rücklage ein Reingewinn von 8,36 Mill. DM ausgewiesen worden, aus dem 6 Mill. DM (2 v. H.) als Dividende ausgeschüttet worden waren. Nach Abzug des Gewinnvortrages von 6,94 Mill. DM wird auf neue Rechnung ein Verlust von 12,38 Mill. DM vorgetragen.

In Hinblick, auf die von der Gesellschaft vertretene Auffassung, daß der Energieverbrauch in Westdeutschland in den kommenden Jahren wieder erheblich ansteigen wird, wurde das Investitionsprogramm planmäßig fortgeführt. Der Bau neuer Raffineriekapazitäten richte sich nach den Transportkosten für die Rohölanlieferung und den Transportmöglichkeiten für Fertigprodukte; er erfolgt nunmehr verstärkt an den binnenländischen Verbrauchsschwerpunkten. Die neue Esso-Raffinerie in Köln ist Ende des Berichtsjahres nach einer Bauzeit von nur knapp 20 Monaten angelaufen. Mitte 1959 werden auch die Anlagen zur Herstellung petrochemischer Produkte (Äthylen, Propylen, Butadien) den Betrieb aufnehmen; sie werden im Rahmen langfristiger Verträge an Unternehmen der chemischen Industrie geliefert. Für das Kölner Werk belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf 235 Mill. DM; hiervon sind im Berichtsjahr 135 Mill. DM aufgewandt worden. Die Sachanlagenzugänge betrugen 198,6 (99,7) Mill. DM und waren damit doppelt so hoch wie im Vorjahr. Gegenüber dem Jahre 1956 ergibt sich annähernd eine Vervierfachung der Investitionen. 50 Mill. DM dienten der Verbesserung der Vertriebseinrichtungen und 15 Mill. DM wurden für den Ausbau der Esso-Raffinerie in Hamburg, die ihre Kapazität von 2,6 Mill. t im Berichtsjahr voll ausnutzen konnte, aufgewandt. Die Anlagenzugänge wurden zu einem wesentlichen Teil durch die im Berichtsjahr aufgelegte Anleihe im Nennbetrag von 100 Mill. DM finanziert. Die Abschreibungen erhöhten sich nur geringfügig auf 41,98 (39,95) Mill. DM. Die Beteiligungszugänge stiegen erheblich auf 23,31 (2,83) Mill. DM; sie sind im wesentlichen auf die Resteinzahlung an die Nord-West Ölleitung GmbH, an welcher die Gesellschaft mit 47,2 v. H. beteiligt ist, zurückzuführen. Das erste durch die Leitung von Wilhelmshaven nach. Köln gepumpte Öl ist Anfang Januar 1959 in der dortigen Esso-Raffinerie eingetroffen.

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr fast 5 Millionen t Mineralöle importiert, davon 37 v. H. Fertigprodukte. Im laufenden Jahre dürfte nach Inbetriebnahme der Kölner Raffinerie diese Quote auf 10 v. H. zurückgehen. Im deutschen Mineralölmarkt konnte das Unternehmen seine Position behaupten. Das Tankstellengeschäft, über das fast 90 v. H. des Vergaserkraftstoffes abgesetzt wurden, hat sich bei fast unveränderter Zahl der Tankstellen zufriedenstellend entwickelt. Im Dieselölgeschäft waren die Erlöse wiederum großen Schwankungen unterworfen, während im Heizölabsatz, der sich mengenmäßig erhöhte, die Erlöse unbefriedigend waren. –ft