Es gibt erstaunlich viel Leute, die ein Interesse daran haben, das deutsch-englische Verhältnis zu vergiften. Da nützt es gar nichts, daß die deutsche Delegation in Genf immer wieder beteuert, wie unbeirrbar und kompromißlos die Engländer an der Seite ihrer Partner verhandeln. "Laßt euch nicht Sand in die Augen streuen", sagen jene, "bezeichnend ist nicht, was die Regierung tut, sondern was die Presse sagt" – und augenzwinkernd: "Die wird nämlich vom Foreign Office inspiriert."

Als der News Chronicle nach der Abreise Adenauers aus USA einen Bericht aus Washington brachte, in dem die Zeitung in sensationeller Aufmachung (achtspaltig) erklärte, Bundeskanzler Adenauer habe mit allen Mitteln und unter Einsatz seines ganzen Gewichtes versucht, Präsident Eisenhower von der Idee einer Gipfelkonferenz abzubringen, die wiederum Selwyn Lloyd ihm zu suggerieren trachte, da geschah etwas, was in England ganz selten geschieht:

Das Außenministerium erteilte dem Blatt eine scharfe Rüge. Es sei nicht gerade nützlich, so ließ sich das Foreign Office vernehmen, "außenpolitische Entwicklungen so darzustellen, als ob es sich um den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes handle." m