Vor einigen Wochen veröffentlichten wir an dieser Stelle einen Bericht über die Gedenkstätte Bergen-Belsen und die sogenannte Kriegsgräberanlage in Bergen. Dazu ist uns vom niedersächsischen Innenministerium ein Brief zugegangen, den wir hier – zusammen mit einer Erwiderung unseres Mitarbeiters Ben Witter – den Lesern der ZEIT zur Kenntnis bringen.

In Nummer 16 der ZEIT sind unter der Überschrift "Das ganze Lager ist ein riesiges Grab" auch Ausführungen über die Kriegsgräberanlage in Bergen (Landkreis Celle) gemacht worden. Es ist dort gesagt worden, daß "die Gedenksteine für die Italiener" nicht mehr gefunden werden könnten. Das ist zwar richtig. Die Ursache ist aber nicht, wie der Verfasser des Artikels, Ben Witter, anklingen läßt, mangelnde Sorge für diese Gräber, Die dort bestattet gewesenen italienischen Toten sind vielmehr im vergangenen Jahre in Durchführung des deutsch-italienischen Kriegsgräberabkommens auf die italienische Kriegsgräberanläge in Hamburg umgebettet worden. Nachdem die Umbettungen, die schon seit längerer Zeit in Aussicht standen, durchgeführt sind, werden auch die russischen Kriegsgräber, die am alten Platz verbleiben, in diesem Jahre instandgesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet.

An anderer Stelle des Artikels wird, darauf hingewiesen, es sei den ständigen Ermahnungen zu verdanken, daß der Regierungspräsident in Lüneburg die Gedenkstätte Selsen nunmehr einem Gartenbauunternehmen in Obhut gegeben habe. Das ist nicht ganz richtig. Die Pflege der Gedenkstätte Belsen wird bereits seit dem Jahre 1949 durch ein Gartenbauunternehmen besorgt; erst seit dieser Zeit befindet sich die Gedenkstätte in deutscher Betreuung.

Die Niedersächsische Landesregierung ist ständig bemüht, über die Pflege hinaus die Würde der Gedenkstätte zu heben und zu erhalten. Schon seit längerer Zeit sind Pläne für eine weitere Ausgestaltung der Gedenkstätte vorhanden. Diese Pläne sind wiederholt mit den in Betracht kommenden deutschen und ausländischen Stellen erörtert worden. Nach dem Ergebnis der bisherigen Verhandlungen dürfen wir hoffen, daß mit der Ausgestaltung der Gedenkstätte Beben noch in diesem Jahre begonnen werden kann.

Der niedersächsische Minister des Inneren

i. A. Miericke

In meinem Bericht ließ ich in der Tat anklingen, daß mir die Sorge für diese Kriegsgräber durch deutsche Stellen ein wenig mangelhaft erscheint. Seit Kriegsende, so möchte ich hervorheben, habe ich die, für Uneingeweihte allerdings kaum auffindbaren Massengräber, regelmäßig besucht. Immer noch weist kein Schild weit und breit den Weg dorthin.