Die im Jahre 1906 gegründete Deutsch-Südamerikanische Bank AG, Hamburg, deren im Vorjahr auf 10 Mill. DM erhöhtes Grundkapital sich in Händen der Dresdner Bank AG befindet, spricht in ihrem Bericht für 1958 zwar von einem im allgemeinen befriedigenden Verlauf des Geschäftsjahres, mußte aber auf dem Ausfuhrsektor infolge der Verlagerung vom kurzfristigen Exportgeschäft auf die langfristige Investitionsgüterausfuhr einen Rückgang der Umsätze in Kauf nehmen. Die Verschärfung der Situation der Kaffee produzierenden Länder und die Kaufkraftminderung, die sich für die Mehrzahl der lateinamerikanischen Staaten aus der Preisbaisse wichtiger Exportprodukte ergeben hat, führte in einigen dieser Länder zu verstärkten Einfuhrdrosselungen. Ungeachtet der geschmälerten Devisen-Erlöse haben die Länder, die eigene Industrien aufbauen, ihre industriellen Kapazitäten durch größere Einfuhren erhöht, deren Finanzierung ihnen durch Devisen-Liquiditätshilfen internationaler Institute sowie durch Ausfuhrkredit der Lieferanten ermöglicht wurde.

Die Bank weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß für den Absatz von Industrieerzeugriissen wohl nach wie vor die Qualität und der Preis der Ware sowie eine wirksame Kundenbetreuung wichtig sei, daß aber bei vielen Liefe rungen – ganz besonders auf dem Investitionsgütersektor – die Einräumung längerer Zahlungsziele bei der Auswahl der Lieferanten steigende Bedeutung erlangt hat. Der Wettbewerb auf den süd- und mittelamerikanischen Märkten hat eine gewisse Verfälschung, dadurch erfahren, daß sich das Interesse größerer Gruppen und ganzer Volkswirtschaften geltend macht, die – teilweise mit erheblicher staatlicher Unterstützung – große Summen aufbringen, um sich auf diesen Märkten gegenüber den Konkurrenten anderer Gruppen und Staaten durchsetzen zu können. Auch beim deutschen Export sei festzustellen, daß sich der Anteil der bei Lieferung zahlbaren Erzeugnisse vermindert, während die Lieferung von Investitionsgütern mit mehrjährigen Zahlungszielen angestiegen ist.

Auf dem Gebiet der deutschen Einfuhr aus Iberoamerika konnte das Institut seine Umsätze vergrößern. Eine befriedigende Entwicklung nahm auch der Devisenhandel. Infolge der deutschen Diskontsenkungen hat sich die Finanzierung auf DM-Kredite verlagert, so daß weniger ausländische Rembourskredite in Anspruch genommen zu werden brauchten. k.