Die Oetker-Gruppe verwaltet ihre Brauereiinteressen über die in Frankfurt ansässige Bank für Brauindustrie. An ihr ist sie maßgeblich, mit über 75 v. H., beteiligt. Auf der Aktivseite der Bilanz 1958 nimmt der Posten Beteiligungen an sieben Brauereien mit 10,79 Mill. DM die erste Stelle ein. Er enthält große innere Reserven. Der Tageswert dieser Beteiligung ist sehr viel größer als die entsprechenden Bilanzansätze.

Bei der Braubank hat sich gegenüber dem Vorjahre das Bilanzvolumen wesentlich erhöht, ohne daß sich dabei ihr Kreditvolumen stärker verändert hat. Die Indossamentverbindlichkeiten, die noch Ende 1957 über 9 Mill. DM betragen haben, sind allerdings bis auf einen kleinen Betrag verschwunden. Dafür hat sich der Bestand an Wechseln, vor allem aber der an Debitoren, wesentlich erhöht. Hierauf vor allem ist auf der Aktivseite die Bilanzausweitung um rd. 9 Mill. DM zurückzuführen; Auf der Passivseite haben sich die Einlagen, besonders aber die Nostroverpflichtungen, d. h. die bei anderen Banken aufgenommenen Mittel, in einem entsprechenden Umfange erhöht. Die Braubank hat also nicht mehr, wie in den Vorjahren, die von ihren Beteiligungsgesellschaften hereingenommenen Wechsel an andere Banken verkauft, bzw. diskontiert; sie behielt sie vielmehr selbst und nahm hierfür Mittel am Geldmarkt auf. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß das Institut die derzeitige Geldmarktsituation auf solche Weise günstig genutzt hat.

Die Geschäftspolitik der Braubank ist seit Jahren nicht auf die Ausschüttung einer möglichst hohen Dividende, sondern auf eine Anreicherung der Substanz gerichtet. In der vorangegangenen Periode wurden von ihr 4 v. H. Dividende gezahlt. Im Geschäftsjahr 1958 sind es 6 v. H. auf ein Stammkapital von 7,5 Mill. DM. Verdient wurde wesentlich mehr. Die Bank, die erneut ihre stillen Reserven stärken konnte, hat der freien Rücklage aus den Ergebnissen des Geschäftsjahres 1958 eine halbe Million DM zugeführt. Ihre ausgewiesenen eigenen Mittel sind dadurch auf 10 Mill. DM angestiegen. Die günstige Ertragslage des mit Reserven wohlausgestatteten Instituts haben ihm eine Spitzenstellung an der Börse verschafft; seine Aktien notierten Ende vergangener Woche mit 730 v. H. Das deutet darauf hin, daß die Börse Braubankaktien als Werte mit echten Wachstumschancen schätzt. Am Tage der Hauptversammlung kann die Braubank auf ein sechzigjähriges Bestehen zurückblicken.

Vorsitzender des Auf sichtsrates: Bankier Ratzmann, Bielefeld; Vorstand: Dr. Hans Heuer, Bielefeld, Dipl.-Kfm. Erwin Schmidt, Frankfurt/M. R.