Während die Weltschiffahrt und damit auch die deutsche Flotte noch immer in einem Konjunkturtief segelten, war die Entwicklung bei der Deutschen Schiffahrtsbank AG, Bremen, im letzten, dem zehnten Geschäftsjahr des Instituts weiter aufwärts gerichtet. Der Optimismus, der bei der Gründung der Bank notwendig war, wurde inzwischen honoriert. Das Institut ist ein Schrittmacher einer neuen und starken Entwicklung des Schiffsbankkredits geworden. Bis heute hat die Deutsche Schiffahrtsbank über 400 Millionen DM Kredite an die Schiffahrt ausgezahlt. Innerhalb des letzten Halbjahrzehnts erfuhr die Bilanzsumme jährlich eine stetige Ausweitung zwischen 17 und 27 v. H. auf 288,37 Ende Dezember 1958 (1957: 246,39) Mill. DM. Inzwischen ist nach Mitteilung des Instituts die 300-Millionen-Grenze überschritten worden.

Das Neugeschäft im Berichtsjahr war mit Darlehensabschlüssen über 77,2 Mill. DM größer als je zuvor. Der Umlauf an Schiffspfandbriefen hat sich wie im Vorjahr um rund 42 Mill. DM, der Bestand an Schiffshypotheken um etwa 44 Millionen DM erhöht. Die noch im Vorjahr von der Verwaltung im Rahmen ihres Geschäftsberichtes geäußerte Erwartung, daß sich die Entwicklung der Bank verlangsamen werde, hat 1958 jedenfalls keine Bestätigung erfahren. Bei der erfreulichen Entwicklung hat sich naturgemäß auch das Geschäftsergebnis wiederum verbessert, wenngleich es auch mit der Ausweitung des Geschäftsumfanges nicht Schritt zu halten vermochte. Was allgemein im Bankgewerbe festzustellen ist, trifft auch auf die Deutsche Schiffahrtsbank zu: Die Verdienstspannen haben sich verringert, die Unkosten erhöht. Der hohe Liquiditätsgrad, den die Deutsche Schiffahrtsbank das ganze Jahr hindurch aufrechterhalten hat, schmälerte den Zinsüberschuß. Der Gewinn von 0,63 (0,48) Mill. DM ist auf eine Dividende von 9 (8) v. H., auf das Grundkapital von 7 Mill. DM zugeschnitten. Die Dividendenerhöhung um ein Prozent entspricht nach Mitteilung des Instituts der Einsparung aus der ermäßigten Besteuerung der ausgeschütteten Gewinne.

Die Verwaltung hat übrigens alsbald nach Abschluß des Berichtsjahres von ihrer Ermächtigung zur Ausgabe neuer Aktien in Höhe von 1 Mill. DM Gebrauch gemacht. Das Grundkapital beträgt damit jetzt 8 Mill. DM, während sich das Garantiekapital (Grundkapital plus offene Reserven) auf 12,6 Mill. DM beläuft.

Trotz der Fortschritte im Berichtsjahr wird von der Deutschen Schiffahrtsbank auch diesmal wieder auf eine bevorstehende Verlangsamung der Geschäftsentwicklung hingewiesen, da die Jahre des schnellen Wiederaufbaues der Flotten in allen Schiffahrtszweigen beendet sind, und die gute Konjunktur, die diesen Wiederaufbau in den Jahren 1956 und 1957 forcierte, wie gesagt, allgemein abgesunken ist. Sml.