Jüngst wurden in allen sowjetischen Zeitungen die ersten Ergebnisse der Volkszählung vom 15. Januar 1959 bekanntgegeben. Die letzte Volkszählung hatte 1939 stattgefunden.

Nach dem Stand vom 15. Januar 1959 hat die UdSSR gegenwärtig 208 826 000 Einwohner – um 18,1 Millionen mehr als 1939. Von der gesamten Bevölkerungszahl leben 117,5 Millionen in der russischen Republik und 41,9 Millionen in der Ukraine. Von den drei kaukasischen Unionsrepubliken zählen Grusien 4, Aserbaidshan 3,7 und Armenien 1,8 Millionen Einwohner, von den drei baltischen Unionsrepubliken Litauen 2,7, Lettland 2,1 und Estland 1,2 Millionen. Von den mittelasiatischen Unionsrepubliken hat Kasachstan 9,3, Usbeskistan 8,1, Kirgisien 2, Tadshikistan 1,9 und Turkmenistan 1,5 Millionen. Bjelo-Rußland, die westlichste Unionsrepublik, zählt 8 Millionen, die an Rumänien grenzende Moldauer Unionsrepublik 2,9 Millionen Einwohner.

Im Vergleich zu 1939 haben bedeutsame Bevölkerungsverschiebungen stattgefunden. Während eine Reihe von Unionsrepubliken nur einen sehr geringen Bevölkerungszuwachs aufweisen (Bjelo-Rußland und Litauen sogar einen Bevölkerungsrückgang), wuchs die Bevölkerung Kasachstans in den vergangenen 20 Jahren um 52,6 Prozent, die Kirgisiens um 41,5, die Armeniens um 37,9 und die Tadshikistans um 33,6 Prozent.

Die Bevölkerungsverschiebung zugunsten der östlichen Gebiete kommt auch in folgenden Ziffern zum Ausdruck. Während die Gesamtbevölkerungszahl der UdSSR in den letzten 20 Jahren um 9,5 Prozent wuchs, stieg die Bevölkerung im Fernen Osten um 70, in Ostsibirien um 34, im Ural um 32 und in Westsibirien um 24 Prozent.

Die städtische Bevölkerung der UdSSR beträgt gegenwärtig 99,8 Millionen. Sie ist in den vergangenen zwanzig Jahren um 39,4 Millionen gestiegen. 1939 lebten 32 Prozent der Sowjetbevölkerung in den Städten, jetzt 48. Falls sich die Entwicklung im gleichen Tempo fortsetzt, würde in wenigen Jahren die städtische Bevölkerung größer als die Landbevölkerung sein.

In der Sowjetunion gibt es gegenwärtig 1694 Städte – 503 mehr als 1939. 299 Städte haben mehr als 50 000 Einwohner, davon 123 Städte mehr als 100 000 Einwohner und 25 Städte mehr als 500 000 Einwohner. Die drei größten Städte der UdSSR sind Moskau mit etwas über fünf Millionen Einwohnern, Leningrad mit 3,3 und Kiew mit 1,1 Millionen Einwohnern. Dann folgen das Erdölzentrum Baku (968 000), die an der Wolga liegende Industriestadt Gorki (942 000), das ukrainische Industriezentrum Charkow (930 000), die Hauptstadt Usbekistans Taschkent (911 000), die größte sibirische Industriestadt Nowosibirsk (887 000), die Wolgastadt Kuybischew (806 000) und das Industriezentrum im Ural Swerdlowsk (770 000).

Nach Angaben der Statistischen Verwaltung verhält sich die männliche zur weiblichen Bevölkerung wie 45:55. Dies wird mit Kriegsfolgen begründet. In den Altersgruppen unter 32 Jahren soll die Zahl der männlichen und weiblichen Bevölkerung wieder gleich sein. In den letzten Jahren soll sich die Zahl der Bevölkerung der UdSSR jährlich um mehr als dreieinhalb Millionen vermehrt haben. W. L