Theodor Graf von Westarp, der vor wenigen Tagen, im 70. Lebensjahr stehend, nach kurzer Krankheit in Hamburg gestorben ist, gehörte zu jenen aktiven Offizieren, die nach dem ersten Weltkrieg "in die Wirtschaft" übertraten und hier, in diesem ihnen zunächst völlig fremden Bereich, dank hervorragender Charakterlicher Fähigkeiten – und infolge ihrer Schulung auf organisatorischem Gebiete. – verhältnismäßig schnell in leitende Positionen gelangten. Bei Graf Westarp, der zunächst ab 1922 in der Röntgenröhren-Fabrik C. H. F. Müller tätig gewesen war und 1924 zu der neugeschaffenen Radioröhrenfabrik Hamburg GmbH ging, kam ein geradezu leidenschaftliches Interesse an technischen Aufgaben hinzu, das ihn befähigte, sehr bald schon neben der kaufmännischen auch die technische Leitung des jungen Betriebes zu übernehmen. Seine größten Leistungen freilich liegen in den Jahren des Wiederaufbaues nach 1945, seitdem er, nach sechsjähriger Unterbrechung, die ihm bereits 1932 übertragene Leitung der Deutschen Philips GmbH wieder übernommen hatte – nunmehr mit dem Sitz in Hamburg (früher Berlin). Während der zehn Jahre seines Wirkens an der Spitze der deutschen Tochtergesellschaft des Eindhovener Unternehmens, und zugleich im Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie, ist er zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Wirtschaftslebens geworden. Die größte Befriedigung mag es für ihn bedeutet haben, daß er auch nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung bei Philips dem Unternehmen, nunmehr als Mitglied des Aufsichtsrates, weiter verbunden blieb. n. f.