Der westdeutsche Wohnungsbau befindet sich gegenwärtig in einer schwierigen Situation, Auf der einen Seite nimmt das private Interesse am Bau von Eigenheimen ständig zu, andererseits wird aber die Beschaffung von Bauland immer problematischer. Die Bausparkassen schenken dieser Entwicklung ihre besondere Aufmerksamkeit. Die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot (GdF), Ludwigsburg, die älteste und größte deutsche Bausparkasse, die mit einem Bilanzvolumen von 1,6 Mrd. DM an sechster Stelle unter den Bausparkassen der Welt steht, begrüßt daher auch das geplante Baulandgesetz und erwartet dringend, daß der Bundestag das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet. Ihrer Ansicht nach gibt es im Grunde genügend Bauland; es sei nur notwendig, den genügend willen zu stärken.

Zunächst hat die GdF von sich aus die Initiative ergriffen und eine Baulandbeschaffungsstelle errichtet, die neben der bereits seit 1949 bestehenden Hausbau Wüstenrot GmbH in Zusammenarbeit mit der Außenorganisation Baumöglichkeiten für die Sparer erschließen soll. Eine weitere für die Zukunft berechnete Maßnahme der GdF ist die Dotierung einer vorsorglich gebildeten bauspartechnischen Rückstellung mit rund 5 Mill. DM. Aus dieser Rückstellung, deren steuerliche Anerkennung allerdings noch aussteht, sollen Aufwendungen gedeckt werden, die bei einer künftig eventuell notwendig werdenden Aufnahme von Fremdgeldern zur Verkürzung der Wartezeit entstehen können. Angesichts der anhaltend guten Spartätigkeit hofft die GdF jedoch die Wartezeit von 22 bis 24 Monaten auch in den nächsten Jahren noch aufrechterhalten zu können.

Diese hohe innere Stärkung wurde der Bausparkasse durch den außerordentlich günstigen Geschäftsverlauf im Jahre 1958 ermöglicht; der Erfolg des Jahres 1958 wurde noch übertroffen. Der Neuzugang stieg auf 130 101 (101 515) Verträge mit einer Bausparsumme von 2,18 (1,69) Mrd. DM. Der Vertragsbestand hat damit fast 9 Mrd. DM Bausparsumme erreicht. Eine weitere Stärkung des Eigenheimgedankens und damit wiederum eine Geschäftszunahme verspricht sich die GdF von der geplanten Freigabe der Mieten. Sie denkt, daß dann viele Mieter durch die höheren Mieten zum Bauen veranlaßt würden. – Das Spar- und Tilgungsaufkommen stieg um 17,6 v.H. von 612,9 auf 720,5 Mill. DM. Seit der Geldumstellung wurden damit dem Zuteilungsstock 3,10 Mrd. DM zugeführt.

Entsprechend dem gewachsenen Geschäftsvolumen konnten auch die Baugeldauszahlungen von 511 auf 580 Mill. DM erhöht werden. Die Zwischenkredite, die die GdF ausschließlich aus eigenen Mitteln gewährt, wurden auf 255,5 (227,3) Mill. DM erhöht, womit der Darlehensbestand auf 913,3 Mill. DM anwuchs. Mit diesen Beträgen hat die GdF im Jahre 1958 an der Finanzierung von rund 49 000 Wohnungen mitgewirkt. Das sind 30 v. H der im vergangenen Jahr von allen westdeutschen Bausparkassen finanzierten

Wohnungen. C. D.