Die Zahl der Arbeitslosen In der Bundesrepublik ist im Mai um rund 76 000 auf 321 000 gesunken. Damit ist das bisherige "Rekord-Tief" vom letzten September noch um 6800 unterschritten worden. – Die saisonale Wirtschaftsbelebung ist gegenüber dem Vorjahr, wie die Zahlen erweisen, um vier Monate vorweggenommen worden: tatsächlich hat also ein starker konjunktureller Aufschwung eingesetzt.

Obwohl die Recession in den USA bis Sommer 1958 die Produktion nicht unbeträchtlich unter die Vorjahrshöhe herabgedrückt hat, war die UdSSR 1958 noch weit davon entfernt, im wirtschaftlichen Potential die USA einzuholen. Die Stromerzeugung, die wichtigste Kennziffer für die Gesamtentwicklung, machte in der UdSSR mit 233 Milliarden kWh noch nicht einmal ein Drittel derjenigen der USA (724 Milliarden kWh) aus. Ebenso betrug die Erdölförderung der UdSSR mit 113 Mill. t nur wenig mehr als ein Drittel der 331 Mill. t der USA. Die Rohstahlerzeugung der Sowjetunion hat zwar 1958 etwas mehr als 70 v. H. derjenigen der USA erreicht, aber schon im letzten Vierteljahr 1958, als die US-Produktion sich zu erholen begann, waren es nur noch 60 v. H. und im ersten Vierteljahr 1959 nicht viel mehr als die Hälfte.

Iraks Premierminister Kassem hat den Austritt seines Landes aus dem Sterlinggebiet angekündigt. Der Irak zog einen solchen Schritt bereits vor zwei Jahren unter der Regierung Nuris in Erwägung; aus politischen Gründen ist das Thema wieder aktuell geworden. Das Land verfügt über Sterlingguthaben von rund 90 Mill. Pfund, die aber kaum zurückgezogen werden dürften. – Wirtschaftliche Nachteile der Maßnahme dürften in erster Linie den Irak selber treffen.

Die OEEC diskutiert die Beibehaltung der 90prozentigen Liberalisierung des inner-europäischen Handels. In Schweden, Portugal und der Schweiz sind Erwägungen im Gange, die Quote des nicht-kontingentierten Handels zwischen den 17 Ländern auf 75 v. H. zu reduzieren. Juristisch wäre ein solcher Schritt zulässig. Er wäre als Demonstration gegen die EWG-Präferenzen aufzufassen. Doch scheint sich Großbritannien nicht damit befreunden zu können.

"Gute Erfolge" bei der Organisation des Handwerks in Produktionsgenossenschaften meldet der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst der Sowjetischen Besatzungszone. Nachdem im vergangenen Monat 57 neue Genossenschaften hinzugekommen sind, beträgt die Gesamtzahl nunmehr 2805. Von der Gesamtzahl aller Handwerker in der Sowjetzone sind gegenwärtig 15 v. H. in diesen Genossenschaften beschäftigt. Das Bauhandwerk hat ein besonderes Lob erhalten; hier waren die Produktionsgenossenschaften mit 35 v. H. an der wirtschaftlichen Gesamtleistung beteiligt. In der SBZ bestehen zur Zeit 230 Gründungskomitees für die Neubildung von Produktionsgenossenschaften.