Die Hartmann & Braun Aktiengesellschaft, Frankfurt/M., ist bis zu einem gewissen Grade auch heute noch ein Familienunternehmen. Die Familie Braun und ihre Freunde üben auf die Gesellschaft den maßgebenden Einfluß aus. Die Geschäftspolitik des heute 4000 Menschen beschäftigenden Unternehmens ist daher nicht auf eine uferlose Expansion, sondern im Gegenteil auf Begrenzung und innere finanzielle Festigung gerichtet. Der Wiederaufbau und die Modernisierung gelten im wesentlichen als abgeschlossen. Die im vergangenen Jahre durchgeführte Kapitalerhöhung diente in erster Linie der Konsolidierung. Entsprechend wurden 1958 nur die erwirtschafteten Abschreibungen investiert.

Trotzdem vermochte das Unternehmen, das nach wie vor im günstigen Winde der Konjunktur liegt, den Umsatz um 11 v. H. zu erhöhen. Dabei nahm das Exportgeschäft etwas stärker als der Inlandsumsatz zu. Im kommenden Jahre wird, wie der Auftragseingang vermuten läßt, die Entwicklung sich möglicherweise umkehren. Das aber sind Schwankungen, die an der Grundsituation des Unternehmens nichts ändern. Diese ist von der Tatsache bestimmt, daß in Deutschland, wie in allen Industrieländern, eine Rationalisierung im Gange ist. Das bedeutet für die Fertigung Messen und Regeln; hierfür stellt das Unternehmen die Apparate zur Verfügung. Dabei gewinnen in letzter Zeit die chemotechnischen Geräte an Bedeutung. Dieser Fertigungszweig, für den eine neue Produktionsstelle errichtet wurde, wird besonders gepflegt.

Die gute Beschäftigungslage spiegelt sich auch in der Ertragsrechnung wider. Der Rohüberschuß ist im letzten Jahr um mehr als 4 Mill. DM gestiegen. Der erzielte Reingewinn erlaubt es, eine Dividende von 11 v.H. zu zahlen im Vorjahre waren es nur 9 v. H. Die Körperschaftsteuerersparnisse wurden also voll weitergegeben. Darüber hinaus wurde der Rücklage eine halbe Million zugewiesen.

W. R.