Obwohl die Berliner Kindl Brauerei AG, Berlin, ihre eigenen Biere jetzt nur noch in Westberlin vertreibt, während sie bis zum Zusammenbruch ganz Berlin und weite Teile der Sowjetzone belieferte, hat sie in den letzten Jahren planmäßig an der Wiederherstellung ihrer Vorkriegskapazität von 600 000 hl gearbeitet. Im Geschäftsjahr 1958, das eine Umsatzsteigerung von 384 000 auf 418 000 hl brachte, wurde bei einem Investitionsaufwand von insgesamt 3,7 (i. V. 3,8) Mill. DM das Sudwerk um zwei Gefäße auf sechs Geräte erweitert. Damit verfügt das Unternehmen, das von jeher zu den bestausgestatteten deutschen Brauereien gehörte, gegenwärtig über die modernste Anlage dieser Art in Deutschland. In den nächsten Jahren sind außer den üblichen Erneuerungs- und Ergänzungsinvestitionen noch die Abfüllanlagen, Lagerkeller und die Expedition auf den erweiterten Leistungsstand zu bringen. Die Aufwendungen hierfür werden sich aber im Gegensatz zu den letzten Jahren im Rahmen der Abschreibungen halten, während sie im Berichtsjahr noch mit 3,0 (2,8) Mill. DM erheblich darunter geblieben sind.

Zusammen mit der vor fünf Jahren übernommenen Berliner Schloßbrauerei AG, Berlin, die ihren Gesamtausstoß 1957/58 (30. 9.) von 141 000 auf 154 000 hl steigerte, hat die Kindl-Gruppe ihren Gesamtumsatz um 9 (17) v. H. erhöht, und zwar von 525 000 auf 572 000 hl. Die Zuwachsrate lag damit um etwa 1 v.H. über dem Bundesdurchschnitt. Dieser Vorsprung konnte auch in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres nicht nur gehalten, sondern vergrößert werden, indem der Umsatz um 9 v. H. gegenüber etwa 5 v. H. im Bundesdurchschnitt stieg. Die Berliner Schloßbrauerei, die ihre Erzeugnisse auch in der Gegend von Bielefeld und im Raum zwischen Hamburg und Lübeck vertreibt, hat ihr westdeutsches Geschäft im abgelaufenen Jahr nochmals um 16 v. H. auf 33 000 (28 000) hl steigern können. Bei einem AK von 1,8 Mill. DM, das zu 97,2 v. H. bei Berliner Kindl liegt, erzielte die noch aus der Vergangenheit mit Verbindlichkeiten und technischem Nachholbedarf belastete Schloßbrauerei einen Jahresgewinn von 14 000 (6000) DM, der ihr wieder belassen und zur Erhöhung des Gewinnvortrages auf 54 000 DM verwendet wurde.

Die Berliner Kindl Brauerei AG selbst, an deren AK von 7,539 Mill. DM Prioritäts-Stammaktien und 1,836 Mill. DM Stammaktien die Oetker-Gruppe über die Bank für Brauindustrie AG, Frankfurt, und das Bankhaus Hermann Lampe KG, Bielefeld, mit etwas mehr als der Hälfte beteiligt ist, hat im Berichtsjahr einschl. 11 000 (9000) DM Vortrag einen Reingewinn von 1,14 (0,93) Mill. DM erzielt. Die HV, auf der rd. 92 v. H. des AK vertreten war, genehmigte einstimmig den Vorschlag der Verwaltung, die Dividende um 2 v. H. zu erhöhen. Auf die Prioritäts-Stammaktien werden 12, auf die Stammaktien 11 v. H. ausgeschüttet. Das Bilanzvolumen stieg im Berichtsjahr von 26,75 auf 28,80 Mill. DM, der Rohüberschuß auf 19,88 (17,29) Mill. DM. Das Sachanlagevermögen von 14,7 Mill. DM war am Stichtag in voller Höhe durch das AK von 9,375 Mill. DM, die gesetzliche Rücklage von 2,23 Mill. DM, eine unveränderte Wertberichtigung von 0,5 Mill. DM und die auf 2,78 (1,54) Mill. DM erhöhten Rückstellungen gedeckt. G. G.