Die Dyckerhoff Zement Aktiengesellschaft, Wiesbaden-Amöneburg, gehört mit einer Jahresproduktion von rund 3 Mill. t zu den bedeutenden Werken der deutschen Zementindustrie, deren Absatz im letzten Jahr 19,25 Mill. t betrug. Das Werk konnte im Geschäftsjahr 1958 eine Steigerung des Umsatzes (dem Gewicht nach) von 3,9 v. H. erzielen, dem Werte nach war es weniger. Damit wurde erstmalig der seit 1957 eingetretene Entwicklungsstillstand überwunden. Die Belebung zeigt sich nur im Inlandsgeschäft; der Export ging dagegen von 428 000 t in 1957 auf 299 000 t in 1958 zurück. Dies entspricht in etwa der Entwicklung der gesamten deutschen Zementindustrie. Holland, bisher ein großer Zementabnehmer, hat seinen Wiederaufbau abgeschlossen. Die Entwicklungsländer, die Zement in Deutschland kauften, bauen eigene Zementfabriken.

Zement gehört zu den Baustoffen, deren Preise seit Jahren stabil geblieben sind, obwohl die Kosten stiegen und die Baukonjunktur anhielt. Das ist die Frucht von Rationalisierungsmaßnahmen, die auch bei Dyckerhoff sehr viel Geld gekostet haben. Nach dem Krieg ist das Anlagevermögen ständig in die Höhe gegangen. 1950 betrug es 34,5 Mill., 1955 56,1 Mill. und 1958 75,1 Mill. DM. Auch im vergangenen Jahr überstiegen also die Investitionen die Abschreibungen nicht unerheblich. Damit wurden naturgemäß Finanzierungsprobleme aufgeworfen. Die außerordentliche Hauptversammlung vom 24. März hat bereits beschlossen, das Grundkapital um 9 Mill. DM auf 42 Mill. DM, zu erhöhen. Die der Gesellschaft auf diese Weise zugeflossenen Mittel dienen aber nicht nur der Finanzierung von Investitionen, sondern auch der Rückführung mittlerer Kredite, praktisch also einer Straffung der Bilanz.

Die Ertragslage von Dyckerhoff hat sich bei einem nur um 4 Mill. DM erhöhten Umsatz beachtlich verbessert. Der Rohüberschuß ist um den gleichen Betrag, d. h. um 4 Mill. DM gestiegen. Die erzielten Gewinne erlauben es, in diesem Jahre der Rücklage 2,5 Mill. DM – gegenüber einer Mill. DM im Vorjahr – zuzuführen und eine Dividende von 12 v. H. zuzüglich eines Bonus von 2 v. H. zu zahlen. Im vergangenen Jahre waren es 11 v. H.; es wurde also nicht nur die Körperschaftssteuer voll ausgeschüttet, sondern darüber hinaus auch eine echte Dividendenerhöhung vorgenommen. -e b