Die Wintershall Aktiengesellschaft, Celle, der größte deutsche Kali- und Erdölproduzent, erhöht für 1958 die Dividende von 10 auf 12 v. H. Nach dem Vorstandsbericht war der Geschäftsverlauf weiterhin zufriedenstellend. Die Ermäßigung der Körperschaftsteuer gestattet den erhöhten Dividendenvorschlag.

Die Kaliwerke des Bundesgebietes erhöhten ihre Erzeugung 1958 um 1,2 v. H. (2 v. H.) auf 1,71 Mill. t Reinkali. Der Gesamtabsatz stieg um 1,5 v. H. (1 v. H.) auf 1,74 Mill. t Reinkali. Dabei ging der Exportanteil von 39,1 auf 36,6 v. H. zurück. Die Kaliwerke der Wintershall-Gruppe waren an der Gesamtproduktion mit 323 000 t (283 000 t) oder 18,9 v. H. (16,8 v. H.) und zusammen mit Burbach-Kali mit 568 000 t (561 000 t) wieder = 33,2 v. H. beteiligt. Am Gesamtabsatz hatten die eigenen Werke mit Burbach einen Anteil von 33,8 v. H. (32,7 v. H.).

Wie in den Vorjahren bemühte sich die Verwaltung, den ständigen Kostensteigerungen durch verstärkte Rationalisierung entgegenzuwirken. In Kanada befaßte sich die Alwinsal Potash of Canada Limited, an der Wintershall und Burbach beteiligt sind, mit der Aufsuchung von Kali. Sie hat inzwischen abbauwürdige Vorkommen nachgewiesen.

Das Schwergewicht der Wintershall-Gruppe liegt schon seit Jahren auf dem Erdölsektor. Hier konnte die Tiefbohrleistung auf 147,898 Meter (143,703 m) und die Erdölförderung auf 647,655 t (606,756 t) gesteigert werden. Im Bundesgebiet erreicht die Tiefbohrleistung bei allen Gesellschaften 782,273 m (772,190 m) und die Erdölförderung 4,43 (3,96) Mill. t. Der Rückgang der Erdgasförderung um 3,7 v. H. auf 343,84 Mill. cbm war durch geringere, konjunkturell bedingte Abnahmen verursacht. Auch bei Wintershall ging die Erdgasförderung auf 147,04 (191,23) Mill. cbm zurück.

Durch erfolgreiche Aufschlußbohrungen wurden vier neue Ölvorkommen gefunden. Außerdem sind beträchtliche Erdgasreserven erschlossen worden. In Verfolg der Bestrebungen, auch im Ausland eine Rohölbasis zu schaffen, wurde die Tätigkeit auf dem Erdölsektor in außereuropäischen Gebieten planmäßig fortgeführt. Die kanadische Tochtergesellschaft wurde Ende 1958 und Anfang 1959 fündig. Sie fördert gegenwärtig aus sieben Bohrungen. Seit Ende des Jahres wird in Libyen zusammen mit der deutschen Erdölgesellschaft gearbeitet.

Nach dem Vorstandsbericht darf die günstige Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, daß in Zukunft mit Umständen gerechnet werden muß, die auf die wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlichen Einfluß gewinnen. Infolge der wachsenden Kaliproduktion wird sich der Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt weiter verschärfen. Die stürmische Entwicklung in der Mineralölverarbeitung führte zu einem außergewöhnlich starken Wettbewerb. Die dabei zustande gekommenen Preise dürfen nicht als Grundlage für langfristige Überlegungen dienen. Eine andere Folge des vermehrten Raffineriedurchsatzes ist das neuerliche Sinken des Anteils des deutschen Rohöls an der Versorgung und damit eine zunehmende Abhängigkeit von Importen. Gz.