Wenn ich das Kratzen der Trommel, die Bauschutt mahlt, in Reime bringe, werde ich zur Stunde bestimmt gedruckt, und Kritik nennt sich heute das Geschrei derer, die Waldesrauschen und Nacht und Einsamkeit für Gipsbegriffe erklären. Rilke, der Meister, hat manche Narren gezüchtet. Man duldet sie heute, weil sie stets von Gott reden. Auch diejenige Lyrik, welcher die Dinge nicht wie Rilke die Welt ver-, sondern erstellen, macht Schule. Man schrieb die prallen Substantiva ihrer Stofflichkeit ungeniert ab. Eine ergötzliche Rolle spielt bei gewissen jungen Lyrikern der Kürbis als massiger Ausdruck des Daseins gegen die dünnen, vom Dasein nicht verunreinigten Engel Rilkes. Wilhelm Lehmann