Nicht immer wird es von der Industrie geschätzt, daß die Verbraucher ständig höhere Qualitätsansprüche stellen und darüber hinaus Spezialwünsche haben. Um so mehr verdient es daher Beachtung, daß die zu den führenden Unternehmen ihrer Branche gehörende Fr. Hesser Maschinenfabrik-AG, Stuttgart – Bad Cannstatt (vollautomatische Verpackungsmaschinen) in ihrem Geschäftsbericht für 1958 die Befriedigung gerade der Sonderwünsche ihrer inländischen und europäischen Kunden als Hauptaufgabe ansieht, weil die Forderungen dieses Kundenkreises nach immer größerer Vollkommenheit und Wirtschaftlichkeit die Entwicklung und Erprobung neuer Maschinentypen ausschlaggebend beeinflußt. Und – was nicht weniger bemerkenswert ist – die Gesellschaft steht auch zu dieser Geschäftspolitik, obwohl sie andererseits zugeben muß, daß infolge der Produktion von Spezialmaschinen eine Rationalisierung nur in sehr beschränktem Umfang möglich ist. Die Kostenerhöhungen im Berichtsjahr konnten nur durch Umsatzsteigerung ausgeglichen werden. Dabei ist nach Ansicht von Hesser eine Steigerung der Produktivität um so notwendiger, je härter der Konkurrenzkampf auf den In- und Auslandmärkten wird. Schon jetzt stellt die Gesellschaft mit Sorgen fest, daß sich trotz der höheren Leistungsfähigkeit der Erzeugnisse und steigender Nachfrage die Zahlungsbedingungen und Erlöse infolge des Wettbewerbs verschlechtern. Eine weitere Ertragsminderung müßte zu einer Einschränkung der sehr kostspieligen konstruktiven Entwicklungsarbeiten und damit des technischen Fortschritts führen.

Im Jahr 1958 konnte Hesser seinen Umsatz noch um 28 (15) v. H. erhöhen. Dabei lag das Schwergewicht im Gegensatz zu früheren Jahren mehr auf dem Inlandgeschäft, so daß der Exportanteil von rund 70 auf unter 60 v. H. zurückging. Zwar konnte im Auslandgeschäft der als Folge der Sezession in der ersten Jahreshälfte eingetretene Auftragsrückgang aus den USA in den folgenden Monaten wieder ausgeglichen werden (die Besserung hat auch im laufenden Jahr angehalten), jedoch wurde das Geschäft mit den südamerikanischen Staaten, den Ländern des Vorderen Orients und mit Asien durch die zunehmenden Devisenschwierigkeiten dieser Länder, erheblich beeinträchtigt. Nachfrage und Auftragseingang aus den europäischen Ländern haben dagegen beträchtlich zugenommen. Von dem Gesamtvolumen der Aufträge entfallen 60 bis 65 v. H. auf das Inland und die EWG-Länder, etwa 10 v. H. auf die anderen OEEC-Länder und 25 bis 30 v. H. auf die übrige Welt. Angesichts dieser Verteilung sucht die Gesellschaft noch Möglichkeiten, die Geschäftstätigkeit durch Förderung des Absatzes in entfernteren Ländern zu erweitern.

Die Investitionstätigkeit wurde mit 3,15 (5,59) Millionen DM mit dem Ziel fortgesetzt, endlich eine entscheidende Verkürzung der Lieferfristen zu erreichen. Nach den Angaben der Verwaltung auf der letzten Hauptversammlung war zwar in der ersten Hälfte 1958 die Lieferzeit von 22 bis 24 Monaten auf 14 bis 16 Monate reduziert worden, jedoch konnte gemäß Geschäftsbericht im vergangenen Jahr der Auftragsbestand aus den Vorjahren trotz voller Ausnutzung auch der neuen Produktionskapazitäten nur geringfügig abgebaut werden. C. D.

Wer baut Maschinen? 21. Ausgabe 1959. Fach-Bezugsquellennachweis für Maschinen, Apparate, Präzisionswerkzeuge, Maschinenteile und -Zubehör. Herausgegeben vom Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten e. V., Frankfurt/Main, Barckhausstraße 16. Zu beziehen im Verlag Hoppenstedt, Darmstadt.

Dipl.-Kfm. Wilfried Adam: Das Risiko in der deutschen Filmwirtschaft. 2. Band in der Schriftenreihe "Filmwirtschaftliche Studien". Aus dem Industrieseminar der Universität zu Köln. Herausgegeben von Prof. Dr. Theodor Beste und Dipl.-Kfm. Arno Hauke. Vertrieb: Verlag für Filmwirtschaft und Filmkunde GmbH, Wiesbaden.