Die Geschäftsberichte und Hauptversammlungen der Hamburger Kühlhaus-Gesellschaften (Geschäftsjahr 1958) zeigen wiederum die starke Abhängigkeit der Kühlhauswirtschaft von der deutschen Importpolitik. Kontingente und Zölle behindern die Einfuhr und damit die volle Ausnutzung des vorhandenen Kühlraumes. So hat sich bei allen Gesellschaften die unregelmäßige Einfuhr von Gefrierfleisch und Butter ungünstig bemerkbar gemacht. Der Umfang der gewährten Einfuhrkontingente ist starken Schwankungen unterworfen, und die Vorratshaltung, insbesondere an hochwertigen Lebensmitteln, erscheint im Hinblick auf mögliche Versorgungskrisen unzureichend. Überdies kann eine ausgeglichene Vorratshaltung der Preissenkung für Lebensmittel dienen. Seit Jahren bemühen sich der zuständige Fachverband und die Verbraucherverbände zusammen mit dem Groß- und Importhandel um eine angemessene Lebensmittelbevorratung. Lediglich für Berlin ist in letzter Zeit die Kühlhauslagerung verstärkt worden. Es scheint an der Zeit zu sein, daß die zuständigen Bundesministerien dieser – auch im Hinblick auf den Gemeinsamen Markt – wichtigen Aufgabe mehr Aufmerksamkeit als bisher widmen.

Die "Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen" kann für 1958 über eine im ganzen befriedigende Belegung ihrer Kühlhäuser in Hamburg, Berlin, Hannover und Süddeutschland berichten, wenngleich die Umsätze in der zweiten Jahreshälfte hinter denen des Vorjahres zurückblieben als Folge der Schwankungen des Importes und der Lagerhaltung der Einfuhr- und Vorratsstellen. Das Unternehmen führt jetzt ein großzügiges Neubauprogramm durch. Als Ersatz für ältere Anlagen werden zwei Großkühlhäuser gebaut, eines in unmittelbarer Verbindung mit dem Hamburger Schlachhof und das andere auf einem neuerworbenen Gelände in der Nähe des Freihafens. Für 1958 wird ein Gewinn von 0,61 (0,54) Mill. DM ausgewiesen, aus dem eine auf 9 (6) v. H. erhöhte Dividende auf 6,3 Mill. DM Stammaktien verteilt worden ist.

Die Kühltransit AG berichtet ebenfalls über eine Minderausnutzung der Kühlhaus-Kapazität infolge von Import-Einschränkungen und eine entsprechende Beeinträchtigung des Ertrages. Die Lagerung von Transit-Kühlgütern ging durch Konkurrenz ausländischer Häfen gleichfalls zurück. Die Gesellschaft hat 30 Kühlwaggons. Für 1958 wird bei einem auf 0,70 (0,81) Mill. DM verminderten Rohertrag ein Gewinn ausgewiesen, der wieder eine Dividendenzahlung in Höhe von 7 v. H. auf das Aktienkapital von 0,6 Mill. DM zuläßt.

Die Kühlhaus Zentrum AG, die mit einem Kapital von 0,91 Mill. DM arbeitet, zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr wiederum keine Dividende. Es wird ein Gewinn von 59 226 DM ausgewiesen, der zur Tilgung des Verlustvortrages verwendet wird. Auf neue Rechnung wird noch ein Verlust von 54 185 DM vorgetragen.

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