Um nahezu 900 Millionen Dollar angestiegen ist im letzten Jahr die Goldreserve der Welt, die gegenwärtig – ohne Sowjetunion und übriges Osteuropa – einen Wert von rund 40 Mrd. Dollar darstellt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, deren Jahresbericht die Ziffern zu entnehmen sind, weist dabei lobend auf die gleichmäßige Verteilung der neuen Währungsreserven hin.

In früheren Jahren staute sich der Goldstrom jeweils in den Tresoren einzelner begünstigter Länder. 1958 gingen die Reserven der USA um 2,3 auf 20,6 und seit Anfang 1959 auf 20,3 Mrd. Dollar zurück; die der übrigen Länder und der internationalen Institutionen wuchsen dagegen um 3,2 auf 19,3 Mrd. Dollar. Europa war in der Lage, seinen Goldschatz um 2,9 Mrd. aufzustocken, Großbritannien allein war daran mit 1,25 Mrd. beteiligt. Aber auch Italien, Belgien, die Niederlande, Österreich und die Schweiz öffneten ihre Tresore.

Der sicherste Hort...

Die Bundesrepublik erwies sich als "guter Gläubiger". Nachdem die deutschen Reserven noch 1957 um rund 1,05 Mrd. hinaufgeklettert waren, stieg der Goldbestand im folgenden Jahr nur noch um bescheidene 97 Mill. Dollar.

Über eine längere Zeitspanne hinweg betrachtet, ist – von der "internationalen Liquidität" her gesehen – der rückläufige Anteil der Vereinigten Staaten am Welt-Goldschatz wohl die auffälligste Erscheinung. Von Kriegsende bis Ende 1958 hat der Goldbestand der Welt außerhalb des Ostblocks um 6,1 Mrd. Dollar zugenommen. Nur eine halbe von diesen rund sechs Milliarden ist den USA zugeflossen, wodurch die amerikanische Quote der Weltreserven von drei Fünftel im Jahre 1945 auf die Hälfte Ende 1958 gesunken ist.

Nach wie vor gelten aber die Vereinigten Staaten offenbar als sicherster Hort für das in ausländischem Besitz befindliche Gold.