Wenn die Jugend vor unseren Dichtern geschützt wird

RH-Hamburg

Die Buchhandlung im Hamburger Ausflugsvorort Rissen hat einen neuen Bestseller. Auf dem Ladentisch an sichtbarer Stelle präsentiert wie der neueste zornige junge Mann" ist dort ein Autor, der 1813 geboren wurde und 1837 starb: Georg Büchner, Dichter zweier Tragödien (Dantons Tod und Woyzeck), eines Lustspiels (Leonce und Lena) und des Novellenfragments Lenz.

Gefragt ist in Bissen seit einigen Tagen besonders die Tragödie Woyzeck, gefragt vorwiegend von zornigen jungen Männern und Mädchen, die in Rissen wohnen und dort die Technische Oberschule am Iserbarg, eine Mittelschule, besuchen oder einmal besucht haben.

Bekanntlich lesen Jugendliche am eifrigsten das, was ihnen vorenthalten werden soll, und für Büchners späten Ruhm in Rissen hat denn auch unfreiwillig die Leitung der Schule gesorgt: Als Eltern, Gäste, ehemalige Schüler und Schüler der oberen Klassen vor einigen Abenden voll Vorfreude und Erwartung zum Gemeindehaus kamen; wo, in Szene gesetzt von einer Theatergemeinschaft ehemaliger Schüler, Büchners Woyzeck gegeben werden sollte, fanden sie nur einen Zettel, auf dem ihnen ohne Kommentar und Unterschrift mitgeteilt wurde, daß die Aufführung nicht stattfände. Auch die Darsteller, die seit Monaten an der Aufführung gearbeitet hatten, wurden lediglich durch diese überraschende Mitteilung darüber informiert, daß ihr großer Tag kurzweg abgesagt worden war.

Was war geschehen?

Lehrer-Konferenz in Rissen