Die Mode diktiert heute nicht nur der Bekleidungsindustrie oder den Ausstattungshäusern, sie bestimmt selbst scheinbar so profane Dinge wie den Fußbodenbelag. Auch die Deutsche Linoleum-Werke AG, Bietigheim, hat daher im Geschäftsjahr 1958 ihr Linoleum-Sortiment durch neue Farbzusammenstellungen bereichert.

Allerdings war es der Gesellschaft nicht möglich, den Umsatz zu halten. Infolge der gegenüber 1957 geringeren Zahl fertiggestellter Wohnungen im Bundesgebiet (rund 8 v. H. weniger) ging das Inlandsgeschäft zum erstenmal seit Jahren um 2,8 v. H. von 169,2 auf 164,4 Mill. DM zurück. Der Auslandsumsatz, der schon im Jahr zuvor rückläufig war, verminderte sich infolge der

Importbeschränkungen verschiedener Länder und infolge des zunehmenden Wettbewerbs weiter um 9 v. H. von 31,4 auf 28,6 Mill. DM. Somit hat der Gesamtumsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr um 3,8 v. H. von 200,6 auf 193 Millionen DM abgenommen. Für dieses Jahr rechnet die Gesellschaft angesichts der zunehmenden Bautätigkeit und des großen Überhangs an nicht fertiggestellten Wohnungen wieder mit einer Geschäftsbelebung.

Die Investitionen zur Modernisierung und Rationalisierung der Fertigung wurden mit 13,38 (23,81) Mill. DM fortgesetzt. Im Werk Delmenhorst wurde eine neue Anlage zur Herstellung von Linoleum-Spezialsorten in Betrieb genommen und im Werk Maximiliansau eine Fertigungsstraße für Vinyl-Asbest-Fliesen errichtet. Zwar konnten die Kostensteigerungen nur noch teilweise durch Rückgänge der Rohstoffpreise aufgefangen werden, jedoch war es der Gesellschaft möglicht, eine neugebildete Lastenausgleichsrücklage von 5 Mill. DM aus einer "Preisreserve im Vorratsvermögen" mit 3 Mill. DM zu dotieren. Die restlichen 2 Mill. DM wurden den freien Rücklagen entnommen. Aus dem Rückfluß von 7d-Geldern gewann die Gesellschaft ebenfalls 2 Millionen DM an außerordentlichen Erträgen. Die Aktionäre sollen eine von 14 auf 15 v. H. erhöhte Dividende erhalten. C. D.