Der Außenhandel der neuen deutschen Wirtschaftsregion unter dem Einfluß der Rückgliederung

Von Harald Jürgensen

Zwei Partner bestimmen Umfang und Struktur des saarländischen Handels: Frankreich und die Bundesrepublik. Etwa 90 v. H. der Lieferungen und 96 v. H. der Bezüge des Saarlandes wickelten sich 1958 mit diesen Ländern ab. Auf Frankreich entfiel mit zwei Dritteln der Gesamtlieferungen und über drei Vierteln der Bezüge der Löwenanteil, was ein Ergebnis der langjährigen Wirtschafts- und Währungsunion mit dem Saarland ist.

Diese Eingliederung in den französischen Binnenmarkt und der gleichzeitige weitgehende handelspolitische Abschluß von der Bundesrepublik haben die Produktions- und Handelsstruktur des Saarlandes erheblich beeinflußt

Im Jahre 1958 erreichten die saarländischen Lieferungen in das Währungsgebiet des Franc über 200 Mrd. ffrs., die Bezüge von dort 235 Mrd. ffrs., was – zum damaligen Wechselkurs umgerechnet – 2 und 2,3 Mrd. DM entspricht. Die Bundesrepublik exportierte im gleichen Zeitraum für 2,2 Mrd. DM nach Frankreich und bezog von dort Waren im Werte von 1,8 Mrd. DM.

Das kleine Saarland mit seinen 1 Mill. Einwohnern erreichte also mit Frankreich einen etwa gleich großen Handelsumsatz wie die gesamte übrige Bundesrepublik.

Die Bedeutung des Saarlandes als Absatz- und Bezugsgebiet erhöht sich für Frankreich noch dadurch, daß der französische Austausch mit dem Saarland in der ganzen Nachkriegszeit mit einer stark aktiven Handelsbilanz zwischen 30–50 Mrd. ffrs. abschloß; zuletzt 1958 mit 30 Mrd. ffrs., das heißt zum damaligen Wechselkurs 300 Mill. DM. Dem muß das Defizit Frankreichs im Außenhandel mit der Bundesrepublik gegenübergestellt werden, das 1958 runde 600 Mill. DM betrug.