Die günstige Konjunktur in der elektrotechnischen Industrie betraf im vergangenen Jahr fast ausschließlich das Geschäft mit Verbrauchsgütern, wesentliche Teile des Investitionsgüterbereichs blieben dahinter zurück. Die Wachstumsrate war im Jahre 1958 bei Investitionsgütern erheblich geringer als bei Verbrauchsgütern. In einigen Sparten der Investitionsgüter-Industrie war sogar ein Rückgang zu verzeichnen. Hierzu zählen auch Erzeugnisse aus dem Produktionsprogramm von Felten & Guilleaume Carlswerk AG., Köln-Mülheim. Es handelt sich dabei um Kabel, isolierte Drähte und Leitungen. Auch auf den Exportmärkten konnte die Gesellschaft keinen Ausgleich finden. Felten muß zufrieden sein, daß

Felten & Guilleaume Carlswerk AG: AK: 93 Mill. DM. Großaktionär: Arbed-Konzern, Luxemburg, mit 60 v. H.

Aufsichtsratsvorsitzender: Dr. h. c. Fritz Lehmann, Köln, Stellvertreter: Felix Chome, Luxemburg.

Vorstandsvorsitzender: Dr. Joseph Horaz, Köln.

das Geschäft auf der Höhe des Vorjahres gehalten werden konnte.

Den mengenmäßigen Rückgang des Umsatzes von 80 000 auf 78 250 t begründet die Gesellschaft mit dem stärkeren Übergang von Bleikabeln auf Kunststoffkabel. Wertmäßig ist der Umsatz mit 180 Mill. DM fast ebenso groß wie im Vorjahr (180,1 Mill. DM). Relativ war der Umsatz jedoch höher als im Vorjahr, wenn man berücksichtigt, daß der durchschnittliche Kupferpreis 1958 rund 10 v. H. unter dem des Vorjahres lag.

Die Fabrikationsanlagen der Gesellschaft waren unterschiedlich beschäftigt. Als "befriedigend gleichmäßig" wird die Kapazitätsausnutzung des Kupferwerks bezeichnet. In der Schwachstrom-Kabelfabrik fehlten die Auslandsaufträge, die noch im Vorjahr einen günstigen Ausnutzungsgrad garantiert hatten. Auf dem Starkstromgebiet ist die erhoffte Belebung ausgeblieben. Die bislang stark steigende Kurve des Strombedarfs hat sich merklich abgeflacht, was die Elektrizitäts-Unternehmen zu vorsichtigeren Dispositionen veranlaßte. Die Produktion von Kunststoffkabeln stieg zwar weiter an, jedoch sind die Erlöse durch den scharfen Preiskampf stark gesunken.

Das Betriebsergebnis hat offensichtlich nicht den Erwartungen entsprochen. Aus einem Reingewinn von 9,38 (8,47) Mill. DM sollen demgemäß 8 (9) v. H. Dividende verteilt werden. Um die Aktionäre an den außerordentlichen Erträgen des Berichtsjahres teilnehmen zu lassen, sollen zusätzlich noch 2 v. H. Bonus ausgeschüttet werden. Die Investitionen blieben im Berichtsjahr mit 11,6 Mill. DM auf der Höhe des Vorjahres. Die Abschreibungen betrugen 8,7 Mill. DM. Um die Rentabilität zu heben, will die Gesellschaft noch stärker rationalisieren. Die Aussichten für die Zukunft werden zuversichtlicher beurteilt. M. D.