Der Wettbewerb auf dem internationalen Automobilmarkt ist scharf und erfordert größte Anstrengungen. Diese Erkenntnis scheint heute mehr denn je das Handeln und Disponieren der Ford-Werke AG, Köln-Niehl zu bestimmen. Die Geschäftspolitik dieser Kölner Tochter des amerikanischen Unternehmens kann man gewissermaßen als "Auftanken" vor neuen Bewährungsproben bezeichnen.

Zwar hat das 1957 abgewickelte 200 Mill. DM umfassende Investitionsprogramm die Gesellschaft wieder in die Lage versetzt, ihre Kapazitäten mit denjenigen anderer Automobilwerke zu vergleichen, aber damit scheinen die Anfang 1958 aus den USA nach Köln gekommenen "neuen Männer" des Ford-Vorstandes noch nicht zufrieden zu sein. Sie sind entschlossen, die Investitionen planmäßig, wenn auch in geringerem Umfange, fortzusetzen. Dienten die 200 Mill. DM vorwiegend der Kapazitätsauslastung (heute werden pro Tag 600 Einheiten produziert), so betreffen die künftigen Investitionen mehr die betriebsinterne Rationalisierung.

Das Berichtsjahr ist noch ein Übergangsjahr, in dem der mit 6,7 Mill. DM ausgewiesene Verlust von 1957 ausgeglichen werden mußte. Dies geschah durch eine Verringerung der Eigenmittel. Ford erwirtschaftete einen Gewinn von 7,5 Mill. DM, der zur Verstärkung der freien Rücklage diente.

Diese beträgt jetzt zusammen mit der gesetzlichen Rücklage 33,3 (25) Mill. DM.

Die günstige Entwicklung bei Ford spiegelt sich auch in der Umsatzsteigerung. Im Jahre 1958 wurden 781 Mill. DM umgesetzt gegenüber 640 Mill. DM im Vorjahr. Dabei ist bemerkenswert, daß für 300 Mill. DM exportiert wurde. Im Vorjahr waren es nur 187 Mill. DM. Die Produktionssteigerung betrug 41 243 Einheiten. Insgesamt wurden 128 532 (87 289) Einheiten produziert, darunter 111 976 (67 254) PKW und Kombiwagen und 16 556 (20 035) Liefer- und Lastkraftwagen. Der Absatz von Ford-Fahrzeugen im Inland stieg einschließlich der von ausländischen Schwestergesellschaften importierten Erzeugnisse um 25 v.H. Der Ford-Anteil am westdeutschen Automobilmarkt erhöhte sich von 7,7 auf 8 v. H. Damit konnte die Gesellschaft – nach Ansicht der Verwaltung – an der anhaltenden Zunahme der Motorisierung vollen Anteil nehmen. Der Exportanteil machte 45 (40) v. H. des Gesamtverkaufs aus.

Ob Ford mit einem neuen Modell zur Frankfurter Automobilausstellung kommen wird, ist noch fraglich. Von der PKW-Produktion entfällt zur Zeit je die Hälfte auf den 12M und den 17M (der 15M wird nicht mehr gebaut).

Das Sachanlagevermögen der Gesellschaft wird in der Bilanz mit 247,8 Mill. DM um rund 5 Mill. DM niedriger ausgewiesen als im Vorjahr, da die Zugänge – es wurden 58,4 Mill. DM investiert – nicht die Höhe der Abgänge und Abschreibungen erreichten. Es wurden. Abschreibungen im Betrage von 62,2 Mill. DM (41,6 Mill. DM im Vorjahr) vorgenommen. Die starke Steigerung der Abschreibungen dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die letztjährigen Investitionen im Berichtsjahr zum erstenmal in vollem Umfange an der Abschreibung teilgenommen haben. –

Die 1958 einsetzende Aufwärtsbewegung hat auch in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres angehalten. Die Verwaltung rechnet mit einem zufriedenstellenden Ergebnis, ohne allerdings konkret eine Dividende in Aussicht zu stellen. M. D.