Von besonderem Reiz wegen seiner vielfältigen; Möglichkeiten für "splendid"- als auch für "tête à tête-isolation" ist ein kleines, nach außen hin unscheinbares Etablissement auf dem Hamburger Jungfernstieg, dessen Gäste, vor allem die amerikanischen, schon häufig gleich ganze Stuben entführen wollten. W. Schümanns Austernkeller bietet das "Chambre séparé" in Vollendung, jeweils für zwei bis zu zwei Dutzend Gäste stehen kleine Kellerstuben und Nischen für ein Schlemmermahl bereit – jede in einem eigenen, bestimmten Stil eingerichtet; da gibt es das "Maurische Zimmer" und das "Jagd-Zimmer", die "Holländische Diele", die "Bürgerstube", das "Heinrich-Heine-Zimmer" und "Großmütterchen". Heute, genau 75 Jahre nach seiner Gründung, hat sich Schümanns Austernkeller noch in nichts verändert. Was Küche und Keller zu leisten vermögen – und allein schon die hamburgischen Gäste, Handelsherren, Reeder, Senatoren und Börsenleute, verlangen viel – hier wird es geleistet, und es wird neben den drei Grundpfeilern der Speisekarte – Austern, Kaviar und Hummer – durchaus auch anderes geboten. Wer je den Genüssen dieses Lebens zugetan war (und das Gästebuch nennt eine Menge illustrer Namen aus Vergangenheit und Gegenwart), der kennt schon lange die Chambre séparés am Jungfernstieg. h. m.