Der US-Gefreite Elvis Presley hat eben sieben Urlaubstage in Paris verbracht. Presley, der vor vier Wochen erst – nach siebzehnmonatiger Dienstzeit – befördert worden ist, war zuvor der reichste "gemeine Soldat" der US-Army. Jetzt ist er mit seinen 123 Dollar Monatssold und den Tantiemen, die ihm seine Schallplatten einspielen, der reichste Gefreite der Armee. Und in sechs Monaten wird er, wenn alles gut geht, der reichste Unteroffizier sein. Nur wenigen Männern ist bislang eine so erfolgreiche Militärkarriere beschieden gewesen.

Der Gefreite Presley ist in der Nähe von Bad Nauheim stationiert, wo er den Jeep des Feldwebels Billy Wilson chauffiert. Presley sagt, die Armee sei für ihn "ein feines Erlebnis".

"Sie verlangen was von einem, und das Leben beim Militär ist anders. Ich gebe es offen zu: als ich eingezogen wurde, hatte ich ein bißchen Angst vor den Landsern. Aber seit sie herausgefunden haben, daß ich keinerlei "Beziehungen" spielen lasse, komme ich prima mit ihnen aus. Es hat keine einzige Schlägerei gegeben. Keine krummen Touren – das ist die einzige Art, beim Militär durchzukommen. Ich kümmere mich nur um meinen Dienst. Ich trete nirgends auf und schneide nicht einmal neue Schallplatten."

Da der Gefreite Presley seinen Vater unterhalten muß, darf der Sänger – samt Papa – außerhalb der Kaserne wohnen. Er hat ein Haus mit sieben Zimmern. In Amerika ließ er drei Cadillacs und zwei Lincolns zurück, und in Deutschland fährt er nur einen BMW.

Presley hat in Deutschland einen Stab von vier Mitarbeitern, die ihm bei der Erledigung seiner Post und der Ordnung seiner persönlichen Angelegenheiten helfen. Die US-Army, so sagt er, hat ihn noch kein einziges Mal gebeten, bei irgendwelchen Kameradschaftsabenden oder anderen Anlässen aufzutreten. Nur manchmal, bei den Manövern, singt er den Landsern seiner Einheit etwas vor.

"Was singen Sie da denn?" "Es mag komisch klingen", erwiderte er, "aber am liebsten mögen die Burschen Lieder wie I’ll take you home again Kathreen."

Es ist nicht einfach, der reichste Gefreite der US-Army zu sein. Es bringt mancherlei Verantwortung mit sich: Presley hat seinen eigenen Geldverleih für die Männer in seiner Einheit aufgezogen.