Die Bekanntgabe des Entschlusses der vier Warenhausunternehmen (Herti, Horten, Kaistadt und Kaufhof), die Mehrheit des Kapitals des Kölner Lebensmittel-Filialbetriebes Herbert Eklöh KG a. A. zu einem Preis von 8 Mill. DM zu abernehmen, hat gezeigt, wieviel Bewegung im Einzelhandelsgeschäft ist. Offenbar kennt der amerikanische Einzelhandel noch ganz andere Expansionsgrade, und die Amerikaner haben, nicht zuletzt durch ihr Übergreifen auf die Bundesrepublik, Eklöhs Verzicht und den Entschluß der Warenhäuser herbeigeführt. Auch bei der Kaufhof AG, Köln, zeigt sich, wie dringend der Ausbau gerade für die größeren und großen Einzelhandelsbetriebe ist.

Kaufhof steht vor der Erhöhung des Grundkapitals um 15 Mill. auf 105 Mill. DM. Gleichzeitig soll um eine Kapitalermächtigung für weitere 15 Mill. DM nachgesucht werden. Dies wird mit der Notwendigkeit begründet, die in den ersten Jahren nach der Währungsreform errichteten Bauten entweder zu erneuern oder umzubauen. Darin kommt zum Ausdruck, wie scharf, zumindest unter den Großen des Einzelhandels, der Wettbewerb um die Gunst des fast schon verwöhnten Kunden ist. Hinzu kommt noch, daß die verkürzten Ladenzeiten zu einem solchen Kundenandrang geführt haben, daß die Kaufhof AG. glaubt, diesem Andrang anders als durch den Umbau bestehender Filialen nicht mehr Herr werden zu können. Daß damit freilich eine betriebsinterne Expansion zu Lasten des mittelständischen Einzelhandels verbunden ist, läßt sich trotz dieser Argumente nicht leugnen.

Der Nettoumsatz der Kaufhof AG. im Einzelhandel (ohne Tochtergesellschaften) betrug im Jahre 1958 rund 931,5 gegenüber 853,6 Mill. DM im Vorjahr. Die Umsatzsteigerung lag mit 9,1 v. H. über der Zuwachsrate von 5 v. H. im übrigen Einzelhandel. Kaufhof vergrößerte seine Verkaufsfläche im Berichtsjahr 1958 um rund 16 000 qm auf 204 000 qm. Dabei handelt es sich im wesentlichen um den Wiederaufbau zerstörter Filialen. Die Tochtergesellschaften, zu denen die Kaufhalle GmbH., Köln, zählt, erreichten im Berichtsjahr einen Einzelhandelsumsatz von 392,3 (352,3) Mill. DM. Die Kaufhofgruppe erzielte demnach einen Einzelhandelsumsatz von insgesamt 1,3 Mrd. DM. Der in der Bilanz mit 11,55 (9,0) Mill. DM ausgewiesene Reingewinn soll zur Ausschüttung, einer Dividende von 14 (12) v. H. auf die alten Aktien (75 Mill. DM) und von 7 v. H. auf die jungen Aktien aus der Kapitalerhöhung 1958 (15 Mill. DM) dienen. Den freien Rücklagen wurden 6 Mill. DM zugewiesen. Als Neuheit in der Bilanz ist die Passivierung der noch bestehenden Verpflichtungen aus dem Lastenausgleich mit einem Gegenwartswert von 15,4 Mill. DM anzusehen. Die Liquidität der Kaufhof AG. hat sich im Berichtsjahr weiter verbessert, das kurzfristige Umlaufsvermögen übersteigt die kurzfristigen Verbindlichkeiten nun um mehr als die Hälfte.

Die Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres war befriedigend. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres stieg der Umsatz um mehr als 10 v. H. Die Verwaltung bedauert die Kursentwicklung der Kaufhofaktien. Die jüngste Entwicklung dürfte auf die Marktenge einerseits und die Aktivität der Investmentgesellschaften andererseits zurückzuführen sein. Der Zeitpunkt der Inanspruchnahme der bevorstehenden Kapitalermächtigung hängt vor allem von den weiteren Bauvorhaben der Gesellschaft ab. – Ob es zur Ausgabe von Gratisaktien kommen wird, ist noch zweifelhaft.

M. D.