Die "Kleine Freihandelszone der Sieben" (England, Skandinavien, Portugal, Österreich und die Schweiz) scheint zustande zu kommen. Endgültig darüber entscheiden wird im Juli eine Regierungskonferenz. Wie verlautet, soll der Zollabbau im gleichen Tempo erfolgen wie in der EWG. Gelingt der Plan, dann werden 1. die Binnenzölle in der EWG und in der kleinen Freihandelszone nach einer Übergangszeit verschwinden, 2. die Außenzölle der EWG-Länder – im Unterschied zur Handelsgemeinschaft der "7" – vereinheitlicht und 3. die Einfuhrkontingente innerhalb beider Räume beseitigt. Da die Haupt-Antagonisten, Frankreich und, England, dann beide einem größeren Binnenmarkt angeschlossen sind, könnte es damit leicht sein Bewenden haben.

In den Verhandlungen von Minister Etzel mit dem britischen Schatzkanzler ist die Frage der Inländer-Konvertibilität des Pfundes angeschnitten worden. Es handelt sich dabei zunächst um eine Konvertibilität in "laufender Rechnung". Amtliche englische Stellen halten einen baldigen Schritt in dieser Richtung für möglich; die britische Wirtschaftslage und Zahlungsbilanz haben sich erheblich gebessert.

Der "Neue" oder "Schwere Franc" wird in Frankreich ab Mitte Juli in Umlauf gesetzt, zunächst nur in Gestalt von Banknoten, die mit dem entsprechenden Aufdruck versehen werden. Ein Neuer Franc entspricht 100 alten Francs. Neue Münzen und ausschließlich auf "Schwere Francs" laufenden Noten gelangen erst Anfang 1960 in den Verkehr.

Das Nominalkapital der deutschen Aktiengesellschaften erreichte Anfang 1959 die Höhe von ungefähr 27,3 Mrd. DM. Davon dürften sich 4 Mrd. DM, d. h. 15 v. H., im Auslandsbesitz befunden haben, wie aus einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Am stärksten vertreten ist das Auslandkapital in der Mineralölindustrie, im Bergbau, in der Auto- und Elektroindustrie.

Die unter das Londoner Abkommen von 1953 fallenden deutschen Auslandsschulden sind nach einer Untersuchung der Deutschen Bundesbank bis zum 31. März dieses Jahres auf 9,253 Mrd. DM zurückgegangen, seit dem Inkrafttreten des Abkommens wurden von der Bundesrepublik für diesen Zweck 5,464 Mrd. DM an Zinsen und Tilgung aufgewandt.

Neben der Farben-Bayer-Aktie werden ab Anfang Juli auch Aktien der Firmen Siemens Halske AG, Badische Anilin und Sodafabrik AG, Farbwerke Hoechst AG, AEG und Rheinische Stahlwerke an der Pariser Börse gehandelt. Hingegen ist die Zulassung der Mannesmann-Aktie von der französischen Regierung abgelehnt worden. – Es wird vermutet, daß dieser Schritt mit – fraglichen – Lieferungen der Gesellschaft an die Aufständischen in Algerien in Zusammenhang steht.