Ein Bronzeportal für den Campo Santo Teutonico in Rom

Von Eduard Trier

Im Auftrag des Bundespräsidenten Professor Theodor Heuss hat der junge Kölner Bildhauer Elmar Hillebrand ein Bronzeportal für den "Campo Santo Teutonico" geschaffen. In diesen Tagen ist es, nach einer kurzen Ausstellung im Kölner Schnütgen-Museum, in Rom eingetroffen.

Der Campo Santo Teutonico, dessen Rechtsträger die deutsche Erzbruderschaft Unserer lieben Frau auf dem deutschen Gottesacker bei St. Peter zu Rom" ist, gilt als die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. Seine Tradition geht auf die Sebald Francorum der Karolingerzeit zurück. Außer dem Friedhof gehören zu dieser Nationalstiftung ein wissenschaftliches Priesterkolleg für archäologische und historische Forschungen, ein theologisches Kolleg, ein altchristliches Museum nebst wissenschaftlicher Bibliothek sowie die zwischen 1475 und 1500 erbaute Kirche, für die Elmar Hillebrands Portal bestimmt ist.

Das ikonographische Programm des doppelflügeligen Portals wurde von zwei hervorragenden Theologen und Historikern, dem Direktor des Kölner Erzdiözesanmuseums, Msgr. Joseph Hoster, und dem Rektor der deutschen Nationalstiftung bei St. Peter zu Rom, Prälat Professor Dr. August Schuchert, entworfen, um den inhaltlichen Zusammenhang mit Geschichte und Aufgabe des Campo Santo Teutonico herzustellen.

Auf dem rechten Flügel erscheint in einem hochrechteckigen Relief der auferstehende und von Engeln umgebene Christus als sinnvoller Hinweis auf die Grabstätten. Darunter berichtet eine Schrifttafel in Latein über die Stiftung des Bundespräsidenten, der damit die mehr als tausendjährige Tradition der Stiftung – symbolisch angedeutet durch das Monogramm Karls des Großen auf dem Türknauf – erneuert hat.

Das linke, etwas kleiner wirkende Relief stellt die Muttergottes als "Sedes Sapientiae" dar und bezieht sich auf die wissenschaftliche Aufgabe der Nationalstiftung. Darunter, befinden sich die Wappen Deutschlands, Pius’ XII. und der Erzbruderschaft sowie in einer tieferen Zone die Wappen des gegenwärtigen Kardinalprotektors Pizzardo und des Rektors der Nationalstiftung, Prälat Schuchert. Beide Flügel sind in der gesamten Fläche durch ein reliefiertes Eierstabmuster gegliedert und durch einen Halbkreis girlandentragender Engel oben und einen Fries von Auferstehenden unten kompositorisch zusammengefaßt.