So erfreulich und notwendig es ist, wenn das Interesse weiter Kreise an Hochschulfragen, im speziellen Fall an der Ausbildung der Mediziner, gefördert wird, so wenig scheint der vorliegende Artikel geeignet zu sein, das sehr vielschichtige Problem der medizinischen Studienreform objektiv zu beleuchten. In der darin enthaltenen negativen Kritik sind so viele Verallgemeinerungen und Übertreibungen, daß das Gute davon überdeckt wird.

Die angeschnittenen Probleme sind Gegenstand der von den medizinischen Fakultäten und der Bundesärztekammer nach sorgfältigen Beratungen jetzt vorgelegten Pläne zur Reform des Medizinstudiums. Diese Reform läßt sich nicht mit Ressentiments durchführen, sondern will wohl überlegt sein. Richtig ist, daß das größere Ziel einer Hochschulreform damit verbunden ist.

Professor Dr. R. Schoen

Med. Univ.-Klinik Göttingen

Ich darf darauf hinweisen, daß die vom Verfasser angesprochene Problematik bei den Universitäten und insbesondere auch in den medizinischen Fakultäten bekannt ist und in diesen Bereichen auch diskutiert wird. Ich möchte hierzu eine Abhandlung über "Diätendozenturen an Universitätskliniken" hervorheben, die in den "Mitteilungen des Hochschulverbandes", Band 6, Nr. 2/3, vom März/Mai 1958 erschienen ist.

Zwei Kleinigkeiten erwähne ich noch, die mir beim Lesen des Feuilleton-Artikels aufgefallen sind, weil sie irrtümlich falsch oder zumindest mißverständlich formuliert wurden. Der Verfasser bemerkt, daß ein Oberarzt das Gehalt "eines mittleren Beamten" habe. Unter einem mittleren Beamten versteht man im allgemeinen etwa einen Regierungssekretär oder einen Regierungsinspektor. Tatsächlich liegt aber das Gehalt eines Oberarztes in der Höhe der Bezüge eines Regierungsrates, in Hamburg sogar etwas darüber. Ferner wird von dem Verfasser, zwei Absätze weiter, darauf hingewiesen, daß der wissenschaftliche Assistent nicht durch eine Institution wie den Betriebsrat geschützt sei. Hierzu erinnere ich an das Personalvertretungsgesetz des Bundes vom 5. 8. 1955, das in § 72 die Beteiligung des Personalrates an den Personalangelegenheiten von Bediensteten mit vorwiegend wissenschaftlicher Tätigkeit dann vorsieht, "wenn diese es beantragen".

Professor Dr. med.,