Die Nordstern-Versicherungsgesellschaften sind mit ihrem Geschäft in 1958 zufrieden. Bei allgemein gebesserten Schadenverhältnissen sind die Ergebnisse der Gesamtrechnungen gut. Jedoch weist die Verwaltung im Geschäftsbericht der Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG, Berlin und Köln darauf hin, daß der relativ günstige Schadensverlauf im vergangenen Jahr nicht als Zeichen einer ständig guten Entwicklung angesehen werden dürfe. Die Ungewißheit über das auf die gesamte Versicherungswirtschaft zukommende Kernenergierisiko verpflichtet nach Ansicht der Nordsternverwaltung die Versicherungswirtschaft zu weitgehender Kapitalbildung und Bereitstellung von weiteren Reserven.

Die Bilanz für 1958 der Nordstern Allgemeine entspricht dieser Auffassung. Das versicherungstechnische Geschäft weist nach reichlicher Dotierung der Reserven und Rückstellungen einen Überschuß von 5,9 (4,4) Mill. DM aus. Die Vermögensanlagen sind von 89,8 Mill. DM auf 102,2 Mill. DM gestiegen. Nach den erforderlichen Abschreibungen, technischen Reservebildungen, einer weiteren Zuweisung an die freien Rücklagen, Bildung einer Spezialrücklage (1 Mill. DM) und den Aufwendungen für die eigene Altersversorgung ergibt sich, ein Reingewinn von 1,0 Mill. DM (0,9). Daraus haben die Aktionäre laut HV-Beschluß eine Dividende von 12 (10) v.H. und einen Bonus von 2 (2) v. H. erhalten. Die HV beschloß ferner die Erhöhung des Kapitals von 6 Mill. DM auf 8 Mill. DM. Dieneuen Aktien sollen zum Kurs von 125 und im Verhältnis von 3:1 den Aktionären mit Dividendenberechtigung vom 1. Juli 1959 angeboten werden.

Der Zugang an neu abgeschlossenen Versicherungen betrug bei der Nordstern Lebens versicherungs-AG, Berlin und Köln, 1958 125 Mill. DM, Die Beitragseinnahmen beliefen sich auf 38,1 Mill. DM (36,2). Für Leistungen wurden 12,6 Mill. DM (11,5) gezahlt, zurückgestellt wurden 2,1 Mill. DM (1,9). Von dem Gewinn in Höhe von 8 Mill. DM (6,5) wurden 7,6 Mill. DM (6,1) der Gewinnrückstellung der Versicherten zugeführt. Die Aktionäre erhielten eine Dividende von 12 (10) v.H. auf das AK von 3 Mill. DM. Die HV beschloß ferner zu den gleichen Bedingungen wie bei Nordstern Allgemeine eine Erhöhung des Aktienkapitals von 3 Mill. DM auf 4 Mill. DM. M. D.

Bei der Isar Lebensversicherungs-AG, München, erhöhte sich der Versicherungsbestand in 1958 von 406,7 Mill. DM auf 444,7 Mill. KM. Der Bestandszuwachs ist etwas niedriger als im Vorjahr, das jedoch durch die sogenannten "Befreiungsversicherungen" aus der Sozialreform besonders günstig war. Die Aktionär-Dividende wurde auf 10 v.H. des eingezahlten Aktienkapitals (i.V. 8 v. H.) festgelegt. Die bisherige Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres wird als günstig bezeichnet (heutiger Versicherungsbestand rund 465 Mill. DM).

Der Versicherungsbestand der Berlinische Lebensversicherung AG, Berlin/Wiesbaden, beträgt jetzt über 1 Mrd. DM. Er hat im vergangenen Jahr um 88,03 Mill. auf 955,36 zugenommen. Die auf Grund der Einrichtung berufsständischer Versorgungseinrichtungen erfolgte Aufkündigung zweier großer Gruppenversicherungsverträge beeinflußt das Bild des vorzeitigen Abgangs an Versicherungsverträgen ungünstig. Ohne Berücksichtigung dieses Bestandsverlustes hat sich der Gesamtabsatz Weiterhin leicht verbessert. Aus dem Betriebsüberschuß von 8,11 (5,33) sind 7,94 (5,20) an die Gewinnrückstellung der Versicherten gegangen. Die Dividende wurde auf 10 (8) v. H. erhöht.

Bei der Deutscher Herold Allgemeine Versicherungs-AG, Bonn, war ebenfalls eine Aufwärtsentwicklung zu Versicherung, schlossen mit einem Überschuß ab. Der tech-15,6 (13,6) Mill. DM. Alle Sparten, auch die Kraftfahrversicherung, schlossen mit einem Überschuß ab. Der technische Gewinn erhöhte sich auf 1,9 (1,5) Mill. DM. Den Versicherungsnehmern der Kraftfahrversicherung konnte wieder eine zusätzliche Beitragsermäßigung von 10 v. H. gewährt werden. Aus dem Ergebnis wurden den Rücklagen 1,05 (0,84) Mill. DM zugewiesen. Auf das Grundkapital von Horn. 3 Mill. DM (hiervon 575 000 DM noch ausstehend) werden 10 (8) v. H. Dividende verteilt.