Wie aus dem jetzt vorgelegten Geschäftsbericht der Hamburg-Amerika Linie (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft), Hamburg, hervorgeht, haben der Ladungsrückgang, die Flaggendiskriminierungen, der verstärkte Wettbewerb im Liniengeschäft, insbesondere aber die hohen Zugänge zur Welthandelsflotte aus der Ablieferung der in der Zeit einer Hochkonjunktur bestellten Neubauten im Jahre 1958 eine zumindest relative Verminderung der Beförderungsleistung bewirkt, und zwar trotz des erhöhten Einsatzes von Eigen- und Fremdtonnage. Der Anteil der Reisen mit gecharterter Tonnage, der sich im Berichtsjahr wieder auf 26 v. H. belief, wird als hoch angesehen. Die Netto-Frachteinnahme war nur unwesentlich höher als im Vorjahr. Angesichts der gestiegenen fixen Kosten des Reedereibetriebes, die sich im wesentlichen aus Heuern, Öl, Reparaturen, Versicherung sowie Hafen-, Lade- und Löschkosten zusammensetzen, ist das Reedereiergebnis gegenüber den Vorjahren um 22,2 v.H. auf, 59,92 (77,03) Mill. DM zurückgegangen. Auf der anderen Seite haben sich zwar der Sozialaufwand sowie die Steuern ermäßigt, doch erforderte die angewachsene Tonnage auf 43,4 (33,4) Mill. DM gestiegene Normalabschreibungen; auch ist die Zinsenlast gestiegen. Das Jahresergebnis ist daher bis auf einen kleinen Gewinn von 23 540 (389 172) DM nahezu ausgeglichen. Sonderabschreibungen, die 1957 eine Höhe von 18,9 Mill. DM hatten, konnten im Berichtsjahr nicht vorgenommen werden.

Unter Einschluß der noch in Bau befindlichen Schiffe wird die eigene Frachtschiff-Flotte der Gesellschaft am Ende des laufenden Jahres eine Höhe von 289 000 BRT erreicht haben und damit weniger als die Hälfte des vor dem Kriege vorhandenen Frachtschiffraums ausmachen. Die Schließung der vorhandenen Tonnagelücken durch neue Bestellungen ist durch die, in der Weltschiffahrt eingetretene Situation gehemmt worden; es wurden trotz der Intensivierung der Dienste keine weiteren Neubauaufträge erzielt. Die Tatsache, daß die Leistungsfähigkeit der überwiegend modernen Schiffe größer ist als die der entsprechenden Vorkriegstonnage wird dadurch wieder gegenstandslos, daß in manchen Fahrtgebieten der Ausbau der Häfen mit dem im Schiffbau erzielten technischen Fortschritt nicht Schritt gehalten hat. Die erhöhte Geschwindigkeit der Neubauten wird weitgehend durch unproduktive Liegezeiten kompensiert. Die Gesellschaft ist der Ansicht, daß trotz der ungünstigen Schiffahrtskonjunktur die Aussichten für das laufende Jahr nicht mit übertriebenem Pessimismus beurteilt werden sollten.

kt