Die Scheidemandel-Motard-Werke AG, Berlin, verteilt für 1958 eine Dividende auf das unveränderte Kapital von 7,6 Mill. DM von 10 auf 12 v. H. Die Verwaltung gibt damit, wie sie im Geschäftsbericht betont, die Steuerermäßigung für den ausgeschütteten Gewinn in voller Höhe weiter. Ohne diese Änderung der Steuergesetzgebung hätten die Aktionäre kaum mit einer höheren Ausschüttung rechnen können, denn bei unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen Geschäftszweigen ist der Gesamtumsatz, der 1957 noch um 4 v. H. gestiegen war, "etwas" zurückgegangen. Erschwerend wirkte sich der verschärfte Wettbewerb im In- und Ausland aus, der zu Preiskonzessionen zwang und die Ertragsbasis schmälerte. Dies trifft besonders auf die insgesamt verringerte Fettproduktion zu, wovon nur Stearin "unverändert gut" abgesetzt wurde, während bei Ölen, hauptsächlich infolge der internationalen Flaute der Textilindustrie, ein starker Umsatzrückgang und ein Ansteigen der Vorräte zu verzeichnen waren. Das knappe Weltmarkt-Angebot an Rohglyzerin führte zu Preissteigerungen, die trotz stark wachsender Nachfrage nach Reinglyzerin, das in dem Anfang 1958 in Betrieb genommenen Mannheimer Werk hergestellt wird, nicht voll auf das Verarbeitungsprodukt aufgeschlagen werden konnten. Lediglich das Saisongeschäft mit Stearinkerzen brachte höhere Umsätze und Überschüsse. G. G.