Der Wonnemonat Mai ist vergangen, Durrells "Balthasar" ist auch im Juni geblieben: in der Gunst des Publikums nämlich. Das mag wohl, wie schon beim letzten Seller-Teller gesagt wurde, auf den Reiz zurückzuführen sein, den die Verbindung von Bildung und Erotik ausübt. (In Paris wurde das Buch, wie schon kürzlich vermerkt, als bester ausländischer Roman des Jahres ausgezeichnet.) Im übrigen ist diesesmal gerade das unbeständige Element auffällig, das Vorschnellen neuer Bücher, der "Arche Mostar", der "Grenzen des Wunders" und vor allem der "Amerikafahrt" (von Paul Hühnerfeld besprochen in der ZEIT Nr. 24). In der Rangordnung sind nicht leicht System und Notwendigkeit zu erkennen, das wird eher in einem längeren Zeitabschnitt möglich sein. Aber das, was sich äußerlich als Sprunghaftigkeit zu erkennen gibt, darf vielleicht als Zeichen geistigen Temperaments und schneller Entschlußkraft der Leser ausgelegt werden: Wo so viel unkonventionelles Urteil zu finden ist, da kann doch eine lebendige Literatur nicht fern sein. DZ