Die Verwaltung der Deutschen Erdöl AG, Hamburg, hatte in den vergangenen Monaten oftmals vor übertriebenen Dividendenhoffnungen gewarnt und ihre Aktionäre in Aktionärsbriefen und Sonderverlautbarungen darauf vorbereitet, daß sie für 1958 keine höhere Dividende als 10 v. H. erwarten konnten. Die Kohlenseite des Unternehmens hat die Ertragsrechnung belastet, ein Umstand, der natürlich niemand überrascht hat. Der Verlauf der Hauptversammlung brachte dann auch keinerlei Kritik an der Verwaltung, und wenn Gegenstimmen abgegeben wurden, dann geschah das ohne Begründung. Es haben sich offenbar einige Aktionäre angewöhnt, grundsätzlich "dagegen" zu sein. Dazu gehört um so weniger Mut, wenn man seine Bank mit dieser Stimmweise beauftragt, so daß man nicht einmal mit seinem Namen in Erscheinung zu treten braucht. Aber genauso wie sich der Noldismus totzulaufen beginnt, wird diese würdelose Handlungsweise eines Tages wieder verschwinden.

Der Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Schlicht, fand auf der Hauptversammlung warme Worte für den deutschen Bergbau, wenngleich er in Hamburg natürlich dafür nicht so großen Beifall ernten – konnte, wie es vielleicht anderenorts der Fall gewesen wäre. Andererseits wissen die DEA-Aktionäre natürlich, daß für die Ertragslage der Gesellschaft eine "verständnisvolle" (protektionistische) Kohlenpolitik der Bundesregierung nicht ohne Bedeutung ist, so daß man in diesem Falle den Ärger über die verteuerte US-Kohle einmal hinunterzuschlucken bereit war. Um so eher natürlich, als Dr. Schlicht, da er gleichzeitig Ölinteressen zu vertreten hat, einen durchaus gemäßigten Standpunkt einnehmen mußte.

Der Tenor seiner Ausführungen war gemäßigt optimistisch. Sicher ist, daß die DEA auf den Erdöl- und Erdgasgebiet eine große Zukunft hat. Sie ist dabei, sich in das internationale Ölgeschäft einzuschalten, wobei vorerst das Wort Geschäft jedoch noch klein geschrieben werden muß. Daß die Börse bereit ist, den Optimismus der Verwaltung zu teilen, zeigt der stolze Börsenkurs von rund 310 v.H. (für eine Gesellschaft, die 10 v.H. Dividende verteilt und der "Kohlenstaub" anhaftet). Vielleicht ist die Börse sogar optimistischer als die Verwaltung. Aber das ist kein Einzelfall. Man ist bereit, schon jetzt die Bezugsrechtschancen zu berücksichtigen, obwohl zur Zeit keine konkreten Hoffnungen für eine Kapitalerhöhung bestehen. Wer aber so umfangreiche Investitionspläne hat wie die DEA, so hört man in den Bösensälen, wird eines Tages das Kapital auf alle Fälle erhöhen müssen. Und das darf man heute schon berücksichtigen. K. W.

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Die Verwaltung der Feldmühle Papier- und Zellstofwerke AG, Düsseldorf-Oberkassel, schlägt für das Geschäftsjahr 1958 eine um 2 auf 13 v. H. erhöhte Dividende vor. Grundkapital 37 Mill. DM. Hauptversammlung am 7. August.