Nachdem Tunis weifer "sehr positiv" über den Anschluß an die EWG verhandelt, ist so gut wie sicher, daß mehrere europäische und außereuropäische Länder bereits in den nächsten Tagen Anträge auf. Assoziierung in Brüssel stellen werden. Namen werden noch geheimgehalten. Zu denken ist an die zwischen den "Blöcken" stehenden OEEC-Länder (Griechenland, Türkei, Island, Irland) – Kommentar aus dem BWM: Freihandelszone bleibt notwendig.

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Im ersten Vierteljahr 1959 sind in fast allen westeuropäischen Ländern die Verbraucherpreise stabil geblieben. Der Index steht in der Bundesrepublik, gemessen am Jahre 1953, zur Zeit auf 110, in den übrigen Ländern durchschnittlich auf. 120. In den Niederlanden, Luxemburg, Norwegen und der Schweiz ist das Preisniveau in den Monaten Januar bis März 1959 gesunken. – In diesen Zahlen kommt der international verschärfte Wettbewerb der Produzenten zum Ausdruck.

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Das Steueraufkommen der Gemeinden lag in den ersten drei Monaten 1959 um 18,9 v. H. höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der größte Teil des Zuwachses entfiel auf die Gewerbesteuer, deren Ertrag sich um 21,3 v. H. steigerte. – Die vielzitierte Finanznot der Gemeinden läßt somit nach.

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Die Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung der EWG-Länder haben sich im Vergleich zum Jahre 1958 gemildert. In allen Mitgliedsländern ist seit diesem Frühjahr eine – wenn auch unterschiedlich starke – Belebung eingetreten. Länderweise Verschiebungen im Konjunkturbild gehen weitgehend auf die ungleichartige Lage in den einzelnen Wirtschaftszweigen zurück. So ist in der chemischen Industrie, der Erdölindustrie, im Fahrzeugbau und in der elektrotechnischen Industrie ein begrenzter Wachstumsrückgang zu verzeichnen bei gleichzeitiger Abwärtsbewegung in der Eisen-, Textil- und Lederindustrie. – Zu einer Ausnutzung der bestehenden Kapazitätsreserven bedarf es allerdings noch einer starken Zunahme der privaten Investitionen.